Volle GefÀngnisse: Briten entlassen erneut 1.100 HÀftlinge
22.10.2024 - 06:33:19Etwa 1.100 Gefangene sollen etwas frĂŒher als geplant freikommen, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Bereits im September waren in England und Wales etwa 1.700 HĂ€ftlinge vorzeitig entlassen worden. Jetzt greift der nĂ€chste Schritt eines Notfallplans.
Die GefĂ€ngnisse arbeiten seit Langem am Anschlag. Justizministerin Shabana Mahmood hatte im Juli gewarnt, die Justizvollzugsanstalten stĂŒnden kurz vor dem Kollaps. Wenn man jetzt nicht handle, drohe ein Zusammenbruch von Recht und Ordnung.
Die neue Regierung von Premierminister Keir Starmer hatte der konservativen VorgĂ€ngerregierung die Schuld daran gegeben, dass die HaftplĂ€tze knapp werden und etliche GefĂ€ngnisse in marodem Zustand sind. Die GefĂ€ngnisse gerieten auĂerdem wegen der rechtsextremen Ausschreitungen im Sommer unter Druck. Gerichte gehen hart gegen Randalierer vor und verhĂ€ngen teils mehrjĂ€hrige Haftstrafen.
Untersuchung soll Strafsystem ĂŒberprĂŒfen
Um Platz zu schaffen, können einige Gefangene nun bereits nach 40 Prozent ihrer verbĂŒĂten Strafe entlassen werden. Normalerweise mĂŒssen mindestens 50 Prozent abgesessen werden, bevor man gegen Auflagen auf freien FuĂ kommt. Wer aber etwa wegen Terrorismus oder Sexualstraftaten einsitzt, kommt nicht frĂŒher frei.
Die Regierung will auch ĂŒberprĂŒfen, welche Haftalternativen stĂ€rker genutzt werden könnten - etwa Technologie, gemeinnĂŒtzige Arbeit oder Geldstrafen. "Offensichtlich funktionieren unsere GefĂ€ngnisse nicht", teilte Ex-Minister David Gauke mit, der die Untersuchung leiten soll. "Die Zahl der Gefangenen steigt jedes Jahr um etwa 4.500 und fast 90 Prozent derjenigen, die zu Haftstrafen verurteilt werden, sind WiederholungstĂ€ter." Eine Idee wĂ€ren nach Angaben von PA etwa Armbanduhren, die Menschen daran erinnern, dass sie einen Termin mit ihrem BewĂ€hrungshelfer oder bei der Therapie haben.

