Nach Paris verbannt auch Madrid alle Leih-Scooter
06.09.2024 - 11:25:44Die MaĂnahme werde im Oktober in Kraft treten, teilte BĂŒrgermeister JosĂ© Luis MartĂnez-Almeida mit.
Man werde den drei Anbietern die Lizenzen entziehen, weil sie "sich nicht an Bedingungen gehalten haben, die wir zur GewĂ€hrleistung der Sicherheit von FuĂgĂ€ngern, insbesondere von Ă€lteren Menschen, gestellt haben. Unsere PrioritĂ€t ist die körperliche Unversehrtheit und die Sicherheit der Madrilenen", betonte er. Man habe nicht vor, anderen Unternehmen Lizenzen zu gewĂ€hren.
Die drei Anbieter (Lime, Dott und Tier Mobility) durften bisher in Madrid insgesamt 6.000 Elektroroller verleihen. Anders als in Paris wurde das Scooter-Verbot in der spanischen Hauptstadt ohne vorherige BĂŒrgerbefragung beschlossen. In einer ersten Reaktion bat der Anbieter Lime um eine dringende Sitzung mit MartĂnez-Almeida.
E-Scooter gibt es in Madrid seit 2019. Zum Streitthema wurden sie dort, weil sie - wie auch anderswo, darunter auch in deutschen StĂ€dten - oft an verbotenen Stellen abgestellt werden, Gehwege blockieren und die Verkehrssicherheit gefĂ€hrden. Der unzureichende Versicherungsschutz und das Fehlen von Schulungen, die die Unternehmen den BĂŒrgern anbieten sollten, waren laut den Behörden weitere GrĂŒnde, die zum Verbot gefĂŒhrt hĂ€tten.
Die Lage hatte sich auch trotz der VerhÀngung tausender Geldstrafen in Höhe von 30 bis 200 Euro nicht gebessert. In Spanien gab es (wie auch anderswo) bereits zahlreiche E-Scooter-UnfÀlle, bei denen Menschen ums Leben kamen.
Ein Verbot zeichnet sich bisher in keiner deutschen Stadt ab
E-Scooter sind auch in Deutschland gelegentlich ein Streitthema. Zuletzt hatte Gelsenkirchen die Sondernutzungserlaubnis fĂŒr die Anbieter an eine verpflichtende IdentitĂ€tsprĂŒfung der Nutzerinnen und Nutzer gekoppelt, um Missbrauch und Fehlverhalten besser verfolgen zu können. Die beiden dort tĂ€tigen Unternehmen, Bolt und Tier, stellten daraufhin den Dienst ein und klagten gegen die MaĂnahme. Ein grundsĂ€tzliches Verbot gibt es in Gelsenkirchen nicht und zeichnet sich auch in anderen deutschen StĂ€dten bisher nicht ab.

