Wanderwitz, RĂŒckzug

Wanderwitz erklĂ€rt RĂŒckzug mit Konflikten in CDU

07.12.2024 - 08:00:00

Gut zwei Wochen, nachdem der sĂ€chsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz seinen RĂŒckzug aus der Politik erklĂ€rt hat, begrĂŒndet er seinen Schritt auch mit Konflikten in seiner Partei.

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) sagte Wanderwitz auf die Frage, ob die Entfremdung von der CDU fĂŒr seinen Entschluss eine Rolle gespielt habe: "Das ist ein Sammelsurium von GrĂŒnden. Dass ich fĂŒr endlose interne Abnutzungsgefechte keine Muße mehr hatte, ist auch Teil der Wahrheit." Zuvor hatte Wanderwitz seine Entscheidung, nach ĂŒber 20 Jahren als Abgeordneter nicht mehr fĂŒr den Bundestag zu kandidieren, vor allem mit persönlichen Anfeindungen und Bedrohungen erklĂ€rt. Wanderwitz war fĂŒr seine Strategie, im Umgang mit AfD-AnhĂ€ngern auf scharfe Konfrontation statt auf Dialog zu setzen, immer wieder von Parteifreunden kritisiert worden.

So etwa, als er in seiner Zeit als Ostbeauftragter der Bundesregierung die EmpfĂ€nglichkeit vieler Ostdeutscher fĂŒr radikales Gedankengut damit erklĂ€rte, diese seien "diktatursozialisiert", und sagte, nur ein geringer Teil der AfD-WĂ€hler sei "potentiell rĂŒckholbar". Im GesprĂ€ch mit der FAS sagte Wanderwitz dazu: "Ich bin immer noch der Meinung, dass mein Weg der bessere ist." Durch die Landtagswahlen in drei ostdeutschen BundeslĂ€ndern in diesem Jahr sieht sich Wanderwitz in seiner EinschĂ€tzung von damals bestĂ€tigt: "Solange es die AfD gibt, haben wir kaum eine Chance, ihre WĂ€hler zu erreichen. Die hĂ€lt sie in Geiselhaft, fĂŒttert sie von frĂŒh bis spĂ€t, analog und digital, mit Hass, Hetze und Rassismus. Da ist nicht mal eben ranzukommen." Nach EinschĂ€tzung von Wanderwitz kann daran auch der neue Kurs der CDU unter dem Parteivorsitzenden Friedrich Merz nichts Wesentliches Ă€ndern. Der durchschnittliche AfD-WĂ€hler sei "kein Konservativer, der ist wie seine Partei ein undemokratischer Systemsprenger, will ein anderes Land, hat völkisch-rassistische Grundhaltungen. FĂŒr den haben wir als CDU nichts im Angebot." Im GesprĂ€ch mit der FAS bekrĂ€ftige Wanderwitz daher seine Forderung nach einem AfD-Verbot. Zusammen mit gut 120 Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen hat der CDU-Politiker einen Antrag eingebracht, wonach der Bundestag das Bundesverfassungsgericht auffordern soll, ein Verbot der AfD zu prĂŒfen.

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