Mega-DĂŒrren werden weltweit hĂ€ufiger
16.01.2025 - 20:04:58Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt fĂŒr Wald, Schnee und Landschaft (WSL) der Schweiz und des österreichischen Institute of Science and Technology Austria (ISTA). Die GröĂe der DĂŒrreflĂ€chen habe in diesem Zeitraum um 50.000 Quadratkilometer pro Jahr zugenommen, das ist mehr als die FlĂ€che der Schweiz.
"MehrjĂ€hrige DĂŒrren richten enormen wirtschaftlichen Schaden an, etwa in der Landwirtschaft und der Stromerzeugung", sagt Studienleiter Dirk Karger von der WSL. Immer stĂ€rker werden demnach auch gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen, darunter Trinkwasserknappheit, ErnteausfĂ€lle, Baumsterben und das Risiko fĂŒr WaldbrĂ€nde.
Das Forschungsteam erfasste die DĂŒrren, indem es Abweichungen im Niederschlag sowie in der Verdunstung aus Boden und Pflanzen ĂŒber die vergangenen 40 Jahre ermittelte. Daraus erstellte es einen DĂŒrre-Index und beobachtete zusĂ€tzlich mit Hilfe von Satelliten, wie sich das Pflanzenwachstum verĂ€nderte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.
Extreme DĂŒrren als Folge des Klimawandels
Grund fĂŒr die Entwicklung sei der Klimawandel und die damit steigenden Temperaturen und VerĂ€nderungen im Wasserkreislauf, erklĂ€ren die Fachleute. Dies fĂŒhre zum einen zu extremen Wetterbedingungen wie Trockenperioden und StarkniederschlĂ€gen. Zum anderen nehme die Verdunstung am Boden zu. Die Folge seien sich schnell entwickelnde DĂŒrren, die immer lĂ€nger anhalten.
Als Beispiele nennt das Forschungsteam die seit 15 Jahren anhaltende DĂŒrre in Teilen Chiles, jene im Westen der USA (2008-2014), in Australien (2017-2019) und in der Mongolei (2000-2011) sowie die bisher weniger gut dokumentierte DĂŒrre im Kongo-Regenwald (2010-2018).
"Die Gewalt der mehrjĂ€hrigen DĂŒrren wird mit dem Klimawandel immer stĂ€rker werden", sagt Mitautor Philipp Brun von der WSL. Wenn sich eine DĂŒrre ĂŒber mehrere Jahre zieht, verstĂ€rken sich die Folgen demnach nicht nur, sondern sie halten auch lĂ€nger an oder haben sogar irreversible Folgen fĂŒr Natur und Mensch. Die langfristigen Auswirkungen seien jedoch noch weitgehend unbekannt.
"Bei extremem Wassermangel können BĂ€ume in tropischen und borealen Regionen absterben, was zu langfristigen SchĂ€den an diesen Ăkosystemen fĂŒhrt. Insbesondere die boreale Vegetation wird wahrscheinlich am lĂ€ngsten brauchen, um sich von einer solchen Klimakatastrophe zu erholen", sagt Karger.
Angesichts dessen brauche es ein besseres VerstĂ€ndnis dieser DĂŒrreereignisse, damit sich LĂ€nder besser auf kommende DĂŒrren vorbereiten können, fordern die Forschenden. Dabei mĂŒsse man sich insbesondere auf langanhaltende DĂŒrreperioden einstellen und Strategien zur Schadensbegrenzung nicht nur auf eine Saison oder ein einzelnes Jahr beschrĂ€nken.

