Hamburgs Flughafenchef kritisiert SteuererhöhungsplÀne der Ampel
29.01.2024 - 05:39:47Auch mit beabsichtigten Fördermittel-KĂŒrzungen fĂŒr nachhaltige Kraftstoffe gefĂ€hrde die Bundesregierung den Luftfahrtstandort Deutschland und letztlich auch ArbeitsplĂ€tze, sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Hamburger Flughafens der Deutschen Presse-Agentur. Hamburg sei mit seinem Luftfahrt-Cluster der weltweit drittgröĂte Aviation-Standort der Welt. "Es hĂ€ngen hier also ganz viele wertvolle ArbeitsplĂ€tze davon ab."
De facto sei Deutschland in Europa bereits jetzt fĂŒr die Airlines das teuerste Land zum Fliegen. "Jetzt noch mal etwas on top zu legen ist nicht gut, weil wir im Wettbewerb mit dem Ausland stehen."
Die hohen Kosten fĂŒr das Fliegen machten sich bereits jetzt in der Entwicklung der Branche bemerkbar. "Die meisten anderen LĂ€nder sind in ihrer Erholung nach der Corona-Krise schon bei 100 oder ĂŒber 100 Prozent. Deutschland ist das Schlusslicht in Europa", sagte Kunsch. "Wir liegen etwa bei 80 Prozent."
Insbesondere Low-Cost-Carrier - sogenannte Billigfluglinien - machten mittlerweile einen groĂen Bogen um Deutschland und zögen KapazitĂ€ten ab, weil sie die hohen staatlichen GebĂŒhren scheuten. "Die Erhöhung ist jetzt ein weitere Tropfen on Top, der es fĂŒr die Airlines noch einmal schwieriger macht, sich im Wettbewerb hier zu positionieren", sagte der Flughafenchef.
Kunsch warf er der Bundesregierung vor, durch die hohen Kosten und geplante KĂŒrzungen bei der Förderung nachhaltiger Kraftstoffe die dringend nötige Transformation hin zum CO2-freien Fliegen zu erschweren. "Es wĂ€re viel besser, die Branche zu unterstĂŒtzen, dass sie möglichst schnell diese Transformation hinbekommt", sagte er. "Wenn die Branche aber nicht die Möglichkeit hat, diesen Weg zu gehen, dann werden irgendwann ArbeitsplĂ€tze vernichtet werden, dann findet die Entwicklung woanders statt und darunter wird Hamburg insbesondere leiden."
Die Bundesregierung plant, die Luftverkehrssteuer zum 1. Mai um rund ein FĂŒnftel abhĂ€ngig von der StreckenlĂ€nge auf 15,53 bis 70,83 Euro je Fluggast zu erhöhen. Sie will damit zusĂ€tzliche Einnahmen in einer Höhe erzielen, die den Verzicht auf die zunĂ€chst geplante nationale Kerosinsteuer ausgleicht. Die Arlines dĂŒrften die Steuer auf die Ticketpreise umlegen.

