Gesundheitspolitik, Gesundheit

Welt-Aids-Tag 2025 / RĂŒckschritt auf Kosten der Frauen und Kinder / Massive KĂŒrzungen gefĂ€hrden die BekĂ€mpfung von HIV und Aids - und zahllose Menschenleben

01.12.2025 - 06:00:06 | presseportal.de

Hannover - Immer noch stirbt jede Minute ein Mensch an HIV-bedingten Ursachen. 40,8 Millionen Menschen auf der Welt lebten 2024 mit HIV, mehr als die HĂ€lfte von ihnen in Afrika sĂŒdlich der Sahara. Weltweit fielen 45 Prozent aller Neuinfektionen auf Frauen und MĂ€dchen, in Subsahara-Afrika sind es 63 Prozent. "Ausgerechnet sie werden von den weltweiten KĂŒrzungen im Bereich der Globalen Gesundheit besonders hart getroffen", erklĂ€rt Angela BĂ€hr, VorstĂ€ndin Programme der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlĂ€sslich des heutigen Weltaidstages. So konnten auf der gerade beendeten WiederauffĂŒllungskonferenz des Globalen Fonds zur Finanzierung von HIV-, Tuberkulose- und Malaria-Programmen, lediglich 63 Prozent der erforderlichen Summe gesichert werden. Es fehlen 6,6 Milliarden US-Dollar um den errechneten Bedarf zu decken, womit das von der UN ausgegebene Ziel, HIV und Aids bis 2030 weltweit zu besiegen wieder in weite Ferne rĂŒckt.

Welt-Aids-Tag 2025 / RĂŒckschritt auf Kosten der Frauen und Kinder / Massive KĂŒrzungen gefĂ€hrden die BekĂ€mpfung von HIV und Aids - und zahllose Menschenleben - Foto: presseportal.de
Welt-Aids-Tag 2025 / RĂŒckschritt auf Kosten der Frauen und Kinder / Massive KĂŒrzungen gefĂ€hrden die BekĂ€mpfung von HIV und Aids - und zahllose Menschenleben - Foto: presseportal.de

"Dabei sind bereits erhebliche Fortschritte erreicht worden, nicht zuletzt in der BekĂ€mpfung der Mutter-Kind-Übertragung, die auch in Afrika als fast beseitigt galt", betont BĂ€hr. 84 Prozent der schwangeren Frauen mit HIV hatten im Jahr 2024 Zugang zu antiretroviralen Medikamenten, um die Übertragung von HIV auf ihr Kind zu verhindern. Durch weltweite KĂŒrzungen in der Gesundheitsfinanzierung und nicht zuletzt die Schließung von USAID drohen hier jedoch massive RĂŒckschritte.

Bis Ende 2025 prognostiziert die OECD, dass die externe Gesundheitsfinanzierung im Vergleich zu 2023 um 30-40 % sinken wird, was zu unmittelbaren und schweren Störungen der Gesundheitsdienste in LĂ€ndern mit niedrigem und mittlerem Einkommen fĂŒhrt: Kliniken mussten schließen, Personal wurde entlassen, Lieferketten sind unterbrochen, Medikamente bleiben aus. In Subsahara-Afrika haben bereits 450.000 Frauen keinen Zugang mehr zu mother2mother-Mentorinnen, die sie beratend durch Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit begleiten, um einer Mutter-Kind-Übertragungen vorzubeugen. Über 60% der frauengefĂŒhrten HIV Organisationen haben ihr Funding verloren, so dass viele von ihnen ihre Arbeit einstellen mussten. Allein in Uganda ist die Versorgung mit der lebenswichtigen PrĂ€-Expositions-Prophylaxe um 38 Prozent zurĂŒckgegangen, in Burundi waren es 64 Prozent und in Nigeria sank die Zahl der verteilten Kondome bereits im ersten Quartal 2025 um 55 Prozent. Prognosen von UNAIDS zufolge wird diese Entwicklung bis 2030 zu 3,9 Millionen zusĂ€tzlichen HIV-Neuinfektionen fĂŒhren.

Mit dem einst vom republikanischen PrĂ€sidenten George W. Bush ins Leben gerufenen President's Emergency Plan for Aids Relief (PEPFAR) waren die USA im Bereich der HIV/Aids-Forschung, -Behandlung und -BekĂ€mpfung Vorreiter und der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Geldgeber. Die LĂŒcke, die durch die Einstellung von PEPFAR und Abwicklung von USAID entstanden ist, werde keine andere Nation schließen können, weiß Angela BĂ€hr. Doch lĂ€ge es nun in der Verantwortung der jeweiligen LĂ€nder und der internationalen Gemeinschaft und damit auch Deutschlands und Europas, dafĂŒr zu sorgen, dass die erreichten Fortschritte nicht zerstört und damit zahllose Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden. Jetzt gelte es nicht zu sparen, sondern nachhaltig in neue Modelle zu investieren, fordert BĂ€hr: "Wir dĂŒrfen nicht zulassen, dass aus einer fast besiegten Krankheit wieder eine Epidemie wird."

Pressekontakt:

Nicole Langenbach
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Loebensteinstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-20
presse@dsw.org
www.dsw.org

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