Oxfam, Deutsches

Oxfam: Deutsches Vermögen gehört vor allem MÀnnern

06.03.2025 - 07:00:43

Hohe Vermögen liegen einer Oxfam-Studie zufolge mehrheitlich auf Konten mĂ€nnlicher MilliardĂ€re. Nicht nur deshalb stellt die Organisation Forderungen an die kĂŒnftige Regierung.

Mehr als zwei Drittel des Milliardenvermögens in Deutschland ist in den HÀnden von MÀnnern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam und des Netzwerks Steuergerechtigkeit. Die ungleiche Vermögensverteilung zwischen den Geschlechtern sei mit zunehmendem Reichtum immer stÀrker ausgeprÀgt, teilte Oxfam mit. Nur 29 Prozent des deutschen Vermögens in Milliardenhöhe gehört demnach Frauen.

Frauen erhalten seltener große Erbschaften

Mit der Studie ist den Angaben nach erstmals die Verteilung von Milliardenvermögen zwischen Frauen und MĂ€nnern untersucht worden. Dabei zeige sich auch, dass die fehlende Besteuerung von Vermögen Frauen benachteilige. Demnach haben sie geringere Einkommen und Vermögen als MĂ€nner und erhalten seltener große Erbschaften und Schenkungen. «Regressive Steuern auf sehr hohe Vermögenseinkommen und große Erbvermögen begĂŒnstigen deshalb MĂ€nner ĂŒberproportional», so Oxfam.

Bei etwa zehn Prozent der Milliardenvermögen seien bei der Übertragung auf jĂŒngere Generationen MĂ€nner gegenĂŒber Frauen bevorzugt worden. Keine Frau erhielt einen höheren Unternehmensanteil als ein mĂ€nnlicher Nachkomme, wie die Untersuchungen gezeigt hĂ€tten. Insgesamt besitzen Frauen laut Oxfam etwa 43 Prozent des gesamten Nettovermögens in Deutschland.

Oxfam: Vermögenssteuer einfĂŒhren und Ausnahmen abschaffen

Von der kĂŒnftigen Bundesregierung fordern die Lobbygruppen die EinfĂŒhrung einer «mindestens zweiprozentigen MilliardĂ€rsteuer». Zudem solle die Regierung Ausnahmen fĂŒr große Vermögen bei der Erbschaftsteuer abschaffen. Das daraus generierte Geld könne dann etwa in den Ausbau der sozialen Infrastruktur investiert werden.

FĂŒr die Studie untersuchten die Experten die 2024 im «Manager Magazin» aufgelisteten 249 Einzelpersonen und Großfamilien, die jeweils ĂŒber mehr als eine Milliarde Euro Vermögen verfĂŒgten. Daten zu EigentumsverhĂ€ltnissen stammten etwa aus Registerdaten und GeschĂ€ftsberichten. Auch die familiĂ€ren VerhĂ€ltnisse und EigentĂŒmerwechsel seien untersucht worden. Nicht bei allen Vermögen habe es hier jedoch ausreichende Informationen gegeben.

@ dpa.de