Hubert Aiwanger, Freie Wähler

Hubert Aiwanger mit 55 Jahren in Berliner Hotel gestorben

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 21:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident wurde im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotelzimmer entdeckt. Die Freien Wähler verlieren damit ihren Bundes- und Landesvorsitzenden sowie ihr prägendstes politisches Gesicht.

Aiwangers politische Stationen und Folgen

  • Aiwanger zog 2008 erstmals für die Freien Wähler in den bayerischen Landtag ein.
  • 2018 bildeten CSU und Freie Wähler eine Koalition in Bayern.
  • Bei den Kommunalwahlen im Frühjahr gewannen die Freien Wähler mehrere Landrats-Posten.
Hubert Aiwanger ist tot. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa

Hubert Aiwanger stirbt mit 55 Jahren in Berlin

Bayerns Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist tot. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus hochrangigen Regierungskreisen in Bayern.

Aiwanger wurde nach dpa-Informationen in einem Berliner Hotelzimmer entdeckt, nachdem er sich zuvor aus gesundheitlichen Gründen von einem Termin abgemeldet hatte.

Geplanter Auftritt bei Freien Wählern

Am Nachmittag sollte Aiwanger bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten. Er ließ sich nach Angaben aus seinem Umfeld vertreten und war später nicht mehr erreichbar.

Schließlich wurde er leblos in seinem Zimmer gefunden. Aiwanger war 55 Jahre alt, hatte zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen.

Vom Landtag in die Staatsregierung

Aiwanger war Bundes- und Landesvorsitzender der Freien Wähler. Er galt als markantester und zugleich umstrittenster Kopf der Partei.

2008 zog der Niederbayer erstmals in den bayerischen Landtag ein und wurde Fraktionschef der Freien Wähler. Nach der Bildung einer Koalition mit der CSU im Jahr 2018 übernahm er das Wirtschaftsministerium und wurde stellvertretender Ministerpräsident.

Erfolge in Bayern, kein Bundestagseinzug

Bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr feierten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung große Erfolge. Dabei gewannen sie der CSU mehrere Landrats-Posten ab.

Der Einzug der Freien Wähler in den Bundestag blieb dagegen aus. Mit Aiwangers Tod verliert die Partei ihren prägenden Bundes- und Landespolitiker.

Hubert Aiwanger prägte die Freien Wähler über viele Jahre als deren Bundes- und Landesvorsitzender. In Bayern entwickelte sich die Partei unter seiner Führung von einer kommunal verankerten Kraft zu einem festen Bestandteil der Landesregierung.

Der Einzug in den bayerischen Landtag 2008 markierte den Beginn von Aiwangers landespolitischer Laufbahn. Mit der Koalition aus CSU und Freien Wählern kam die Partei 2018 erstmals in Regierungsverantwortung auf Landesebene; Aiwanger übernahm das Wirtschaftsministerium und das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten.

Prägende Rolle in Bayern

Politisch stand Aiwanger für eine eigenständige, häufig zugespitzte Positionierung der Freien Wähler. Das verschaffte der Partei Sichtbarkeit über ihre kommunale Basis hinaus, führte aber auch wiederholt zu Konflikten und kontroversen Debatten.

Bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr konnten die Freien Wähler unter seiner Führung mehrere Erfolge erzielen und der CSU Landratsposten abnehmen. Diese Stärke auf kommunaler und Landesebene stand dem bislang unerreichten Ziel gegenüber, die Partei auch im Bundestag zu etablieren.

Offene Fragen für die Partei

Mit Aiwangers Tod verliert die Partei ihren bekanntesten Bundes- und Landespolitiker. Für die Freien Wähler stellt sich damit die Frage, wie sie die Führung auf Landes- und Bundesebene neu ordnen und ihr eigenständiges Profil innerhalb der bayerischen Regierungskoalition bewahren.

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