Freie WĂ€hler, Hubert Aiwanger

Aiwanger bekrĂ€ftigt AnsprĂŒche auf viertes Ministerium

09.10.2023 - 12:16:26

Hubert Aiwanger verschĂ€rft vor Koalitionsverhandlungen mit der CSU den Ton. Er empfiehlt der CSU «jetzt nicht so mĂ€dchenhaft aufzutreten». Er fordert ein weiteres Ministerium fĂŒr seine Freien WĂ€hler.

Der aus der Landtagswahl am Sonntag gestĂ€rkt hervorgegangene Freie-WĂ€hler-Parteichef Hubert Aiwanger hat fĂŒr die nĂ€chste Regierungsbildung AnsprĂŒche auf ein viertes Ministerium angemeldet. «Wenn man die Wahlergebnisse anschaut, glaube ich, dass jeder sich ausrechnen kann, wieviele Ministerien uns zustehen», sagte Aiwanger am Montag in MĂŒnchen. «Das kann jeder GrundschĂŒler ausrechnen, wer wieviel bekommt.» Die Freien WĂ€hler legten am Sonntag um 4,2 Prozent auf 15,8 Prozent zu, die CSU verlor 0,2 Punkte auf 37,0 Prozent. Die Freien WĂ€hler fĂŒhren bislang Wirtschafts-, Kultus- und Umweltministerium.

«Wir sind der Wahlsieger dieser Landtagswahl in dieser Bayern-Koalition», sagte Aiwanger. «Wir sind der Garant fĂŒr ein stabiles, bĂŒrgerliches Bayern», betonte er. Seine Partei verhindere ein Erstarken der RĂ€nder und garantiere eine Politik der «guten Mitte». Er warnte die CSU vor einer Abgrenzung von den Freien WĂ€hler. «Jede Abgrenzung von uns bedeutet eine Abkehr vom gesunden Menschenverstand», sagte Aiwanger. «Ich wĂŒrde der CSU empfehlen, jetzt nicht so mĂ€dchenhaft aufzutreten.»

Aiwanger: ZĂŒgig in Koalitionsverhandlungen eintreten

Er forderte die CSU dazu auf, schnell in Koalitionsverhandlungen einzutreten. «Keine grĂ¶ĂŸeren Personal- oder Strukturdebatten», sagte Aiwanger. Es gehe jetzt nicht darum, ewig Wunden zu lecken, sondern unverzĂŒglich in GesprĂ€che einzutreten, wie Bayern kĂŒnftig weiterregiert werden solle. 

Aiwanger, der auch Bundesvorsitzender der Freien WĂ€hler ist, bekrĂ€ftige am Montag auch seine bundespolitischen Ambitionen. «Ich bin sehr ĂŒberzeugt, dass wir im nĂ€chsten Bundestag sitzen werden», sagte er. Die Freien WĂ€hler wollten zeigen, dass sie «Bund können». 

Die politischen Forderungen der Freien WÀhler

Inhaltlich schlug Aiwanger vor, möglichst rasch eine Sachleistungskarte fĂŒr FlĂŒchtlinge einzufĂŒhren, die die bisherige Auszahlung von Bargeld weitgehend ersetzen soll. «Wir brauchen die Möglichkeit, dass ein Asylbewerber eine Karte in der Hand hĂ€lt, mit der er nur in gewissen GeschĂ€ften einkaufen kann», sagte der FW-Parteichef. Zudem sollen Asylbewerber kĂŒnftig nach spĂ€testens drei Monaten fĂŒr den Arbeitsmarkt zur VerfĂŒgung stehen. 

In der Landwirtschaftspolitik wollen die Freien WĂ€hler eine Erleichterung fĂŒr Bayern beim Umgang mit KunstdĂŒnger erreichen. Dringend sei auch auch eine Neuordnung der Krankenhauslandschaft in Bayern, sowie eine Personalaufstockung in der Justiz. 

@ dpa.de