Hilfsorganisation: Jeder elfte Mensch ist hungrig
24.07.2025 - 12:22:23 | dpa.de
Die Welthungerhilfe blickt mit groĂer Sorge auf die KĂŒrzungen von Hilfsgeldern in den Vereinigten Staaten, aber auch in Deutschland. «KĂŒrzungen von Finanzmitteln kosten Menschenleben», warnte die PrĂ€sidentin der Hilfsorganisation, Marlehn Thieme in Berlin. «Was auf dem Papier wie ein Sparkurs aussieht, bedeutet fĂŒr Millionen Menschen Hunger, Flucht oder sogar den Tod.»
Immer mehr Menschen leiden Hunger
Derzeit litten 733 Millionen Menschen unter chronischem Hunger, erklĂ€rte Thieme. «Das heiĂt, jeder elfte Mensch auf dieser Welt ist hungrig», sagte Thieme. Seit 2019, also vor der Corona-Pandemie, sei diese Zahl um 152 Millionen Menschen gestiegen.Â
GeneralsekretĂ€r Mathias Mogge beklagte die KĂŒrzungen im Haushalt des Entwicklungshilfeministeriums. Dabei seien insbesondere die Bereiche ErnĂ€hrungssicherung und lĂ€ndliche Entwicklung betroffen, wo in diesem Jahr 18 Prozent weniger eingeplant seien. Im Bereich der humanitĂ€ren Hilfe seien in diesem Jahr Mittel von rund einer Milliarde Euro vorgesehen â und damit 53 Prozent weniger als im Vorjahr.
Entsetzen ĂŒber Lage in Gaza
Zur Lage im Gazastreifen Ă€uĂerte sich Mogge mit Entsetzen. Die humanitĂ€re Lage dort gehöre zum Schlimmsten, was er in seiner ĂŒber 30-jĂ€hrigen Laufbahn gesehen und gehört habe. Auch die Mitarbeiter der Welthungerhilfe wĂŒssten trotz ihres Gehalts nicht mehr, wie sie sich ernĂ€hren sollten, weil die wenigen verfĂŒgbaren Lebensmittel maĂlos ĂŒberteuert seien. 25 Kilogramm Weizen kosteten dort aktuell mehr als 500 US-Dollar.
Der Treibstoff fĂŒr eine von der Organisation betriebene Wasserentsalzungsanlage, die Trinkwasser herstellt, werde knapp und könne angesichts von Bombardierungen und Evakuierungen oft nicht zur Anlage gelangen, sagte Mogge. Man habe im Februar das letzte Mal Lebensmittel verteilen dĂŒrfen. Die Versorgung liegt in weiten Teilen bei der umstrittenen Gaza Humanitarian Foundation. Es gibt immer wieder Berichte ĂŒber tödliche ZwischenfĂ€lle in der NĂ€he von deren Verteilzentren.Â
Die Welthungerhilfe erhielt im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 86,5 Millionen Euro an Spenden sowie 291,9 Millionen Euro von Regierungen oder anderen Institutionen. Sie habe 649 Auslandsprojekte in 37 LĂ€ndern durchgefĂŒhrt und dabei rund 18,7 Millionen Menschen unterstĂŒtzt. Die Organisation hilft lokalen Bauern etwa mit besserem Saatgut oder der Umstellung auf andere landwirtschaftliche Methoden.
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