Ilse Aigner, Bundespräsidentenwahl

Ilse Aigner soll am 30. Januar Bundespräsidentin werden

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die CDU-Spitze will am Montag über die gemeinsame Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin entscheiden. Eine Unterstützung durch Union und SPD würde Aigner eine starke Ausgangslage für die Wahl in der Bundesversammlung verschaffen.

Aigners Weg ins höchste Staatsamt

  • Markus Söder brachte Ilse Aigner im April als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt ins Gespräch.
  • Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.
  • Mit Aigner könnte erstmals eine Frau und erstmals eine CSU-Politikerin das Amt übernehmen.
  • Merz und Söder: Zwischen den beiden ist die Kandidatinnen-Findung nicht rund gelaufen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Aigner wurde auf dem CSU-Parteitag bejubelt. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Klöckner wurde zuletzt als aussichtsreichste CDU-Frau gehandelt. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
Merz und Söder: Zwischen den beiden ist die Kandidatinnen-Findung nicht rund gelaufen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa Aigner wurde auf dem CSU-Parteitag bejubelt. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa Klöckner wurde zuletzt als aussichtsreichste CDU-Frau gehandelt. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

CDU berät über Aigners Kandidatur

Die CDU will am Montag über die offizielle Nominierung von Ilse Aigner als gemeinsame Kandidatin der Union für das Bundespräsidentenamt entscheiden. Das Präsidium soll bereits am Sonntagabend informell über die Personalie beraten, die Wahl in der Bundesversammlung ist für den 30. Januar vorgesehen.

Union will Personalfrage abschließen

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz dürfte Aigner in der Präsidiumssitzung vorschlagen. Die 61-Jährige war im April von CSU-Chef Markus Söder ins Gespräch gebracht worden; in dieser Woche verständigte sich auch die CDU-Führung informell auf sie.

Breite Unterstützung zeichnet sich ab

Die SPD hat Aigner bereits ihre Unterstützung zugesichert, auch bei den Grünen genießt sie Sympathien. Union und SPD verfügen in der Bundesversammlung voraussichtlich über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen.

Erste Frau an der Staatsspitze

Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags und war zuvor Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Ministerin auf Bundes- und Landesebene. Bei einer Wahl wäre sie nach zwölf Männern in 77 Jahren Bundesrepublik die erste Frau im Amt und zugleich die erste CSU-Politikerin an der Staatsspitze.

Merz und Söder unter Druck

Die Kandidatur beendet einen langen Abstimmungsprozess zwischen CDU und CSU. Söder hatte Aigner früh öffentlich vorgeschlagen, während Merz eine Festlegung zunächst vermieden hatte; deshalb wird innerhalb der Union über die Rollenverteilung bei der Suche diskutiert.

Folgen für die Koalition

Für die Koalition gilt Aigner als anschlussfähige Lösung, weil die SPD sie unterstützt und ein später Wechsel auf eine CDU-Kandidatin einen Konflikt hätte auslösen können. Zwischen CDU und CSU bleibt nach dem Verfahren jedoch Vertrauen beschädigt.

Grüne prüfen ihre Unterstützung

Die Grünen wollen sich erst nach der offiziellen Nominierung festlegen. AfD und Linke prüfen eigene Kandidaturen; die AfD hat bereits einen eigenen Kandidaten angekündigt, während die Linke noch keine abschließende Entscheidung getroffen hat.

Die geplante Nominierung Ilse Aigners markiert einen personellen Wechsel an der Spitze des Staates und zugleich eine ungewöhnliche parteipolitische Konstellation. Die CSU-Politikerin soll von CDU und CSU gemeinsam getragen werden; die SPD hat ihre Unterstützung bereits zugesichert. Damit zeichnet sich eine breite Mehrheit in der Bundesversammlung ab.

Für Aigner spricht neben ihrer langjährigen Erfahrung in Landes- und Bundespolitik vor allem ihr Amt als Präsidentin des Bayerischen Landtags. Das Bundespräsidentenamt verlangt überparteiliches Auftreten, soll politische Institutionen repräsentieren und kann in Krisen oder bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen stabilisierend wirken.

Signal für Union und Koalition

Die Entscheidung beendet zugleich einen monatelangen Abstimmungsprozess zwischen CDU und CSU. Markus Söder hatte Aigner früh vorgeschlagen, während Friedrich Merz eine Festlegung zunächst vermied. Die gemeinsame Kandidatur kann deshalb zwar den Streit über die Nachfolge beenden, belastet aber das Verhältnis der Unionsparteien weiter.

Für die politische Mitte ist entscheidend, ob auch die Grünen Aigner unterstützen. Ihre Sympathie für die Kandidatin ist bekannt, eine endgültige Festlegung steht jedoch erst nach der offiziellen Nominierung an. AfD und Linke erwägen eigene Kandidaturen, sodass die Wahl trotz der erwarteten Mehrheit von Union und SPD politisch umkämpft bleiben kann.

Bedeutung der Wahl

Bei einem Erfolg wäre Aigner die erste Frau und die erste CSU-Politikerin im höchsten Staatsamt der Bundesrepublik. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Erste Frau an der Spitze des Staates? Ilse Aigner ist die ungekrönte Kandidatin der Union“ (07.11.2026)

Der Beitrag ordnet Aigner als faktisch feststehende Unionskandidatin ein und hebt die mögliche Wahl der ersten Frau an der Staatsspitze hervor. Damit bestätigt er den Kern der Meldung, setzt aber einen stärkeren Schwerpunkt auf die historische Dimension und die noch ausstehende formale Nominierung.

Bayerischer Rundfunk: „CDU-Präsidium befasst sich mit Bundespräsidenten-Frage“ (08.11.2026)

Der Bericht konzentriert sich auf die unmittelbar bevorstehende Befassung des CDU-Präsidiums mit der Personalie. Er bestätigt damit den nächsten organisatorischen Schritt, während die dpa-Meldung zusätzlich die Folgen für Union, Koalition und mögliche weitere Kandidaturen beleuchtet.

Einigkeit besteht über Aigners zentrale Rolle und die bevorstehende CDU-Entscheidung. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Während der BR den aktuellen Parteitermin hervorhebt, betont die Frankfurter Rundschau die mögliche Bedeutung einer ersten Bundespräsidentin. Offen bleibt insbesondere, wie sich die Grünen sowie AfD und Linke zur Wahl verhalten.

Disclaimer...
de | politik | 70477662 |