Steinmeier mahnt AufklÀrung von DDR-Zwangsarbeit an
11.07.2024 - 14:10:11BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier mahnt mehr AufklĂ€rung zu Zwangsarbeit in der DDR an und nimmt auch einstige Profiteure im Westen in die Pflicht. Bei der Eröffnung der neuen GedenkstĂ€tte im einstigen FrauengefĂ€ngnis Hoheneck sprach er von einem dĂŒsteren Kapitel deutsch-deutscher Wirtschaftsgeschichte. Die HĂ€ftlinge seien einst zu Akkordarbeit gezwungen und ihre Arbeitskraft fĂŒr Devisen ausgebeutet worden, sagte Steinmeier in seiner Ansprache in Stollberg bei Chemnitz. Neben dem DDR-Staat hĂ€tten davon auch westdeutsche Unternehmen profitiert, die billig Waren erhielten.Â
Es sei gut, dass Historiker die damaligen deutsch-deutschen Lieferketten untersuchten und welche Folgen diese Arbeit fĂŒr die politischen HĂ€ftlinge in der DDR hatten. «Ich wĂŒnsche mir, dass Unternehmen, die damals Produkte aus DDR-Fertigung importierten, bei dieser AufklĂ€rung mithelfen und den Austausch mit den ehemaligen politischen HĂ€ftlingen suchen», erklĂ€rte Steinmeier. «Das wĂ€re mindestens eine notwendige, aber auch gute Geste des Respekts.»
Hoheneck war einst das gröĂte FrauengefĂ€ngnis der DDR. Von 1950 bis 1989 waren dort etwa 24.000 Frauen inhaftiert, rund 8.000 von ihnen aus politischen GrĂŒnden. Zum Haftalltag gehörte nach Schilderungen von Zeitzeuginnen auch harte Schichtarbeit teils bis zur Erschöpfung. Dabei wurden etwa BettwĂ€sche und Feinstrumpfhosen hergestellt, die nach Westdeutschland verkauft wurden. Am Donnerstag wurde in dem einstigen Frauenzuchthaus eine neue GedenkstĂ€tte eröffnet.Â


