AsylantrÀge, Grenzkontrollen

Weniger AsylantrÀge - Grenzkontrollen bleiben vorerst

07.03.2024 - 13:11:03

Im Februar haben weniger Menschen Asyl beantragt als vor Jahresfrist. Faeser hofft, dass die EU-Asylreform relativ schnell in die Tat umgesetzt wird. Noch hĂ€lt sie Binnengrenzkontrollen fĂŒr nötig.

Die Zahl neuer AsylantrĂ€ge in Deutschland ist im Februar deutlich zurĂŒckgegangen. Mit 19.494 ErstantrĂ€gen habe die Zahl um 18,9 Prozent unter der des Februars 2023 gelegen und um 26,1 Prozent niedriger als im Januar, teilte das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge in NĂŒrnberg mit.

Im Januar und Februar 2023 hatten zusammen 54.333 Menschen in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl gestellt. Im Januar und Februar dieses Jahres waren es 47.090 und damit 7243 weniger als im Vorjahr, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Statistik des Bundesamtes weiter hervorgeht. Die Februar-Zahl an ErstantrÀgen ist die niedrigste in einem Monat seit September 2022.

Faesers GrĂŒnde fĂŒr den RĂŒckgang

«Wir haben wirklich jetzt mehr getan in den letzten Monaten als in den letzten Jahren, um zu einer doch starken Begrenzung der irregulÀren Migration zu kommen», sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Dazu zÀhlten die geplante Reform der Gemeinsamen EuropÀischen Asylpolitik, nationale GesetzesÀnderungen - etwa zur Erleichterung von Abschiebungen - sowie die Anordnung zusÀtzlicher Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz im vergangenen Oktober.

Auf die Frage, wie lange diese zunĂ€chst bis Mitte Juni geplanten Kontrollen noch fortgesetzt werden sollen, sagte die Ministerin: «Sie werden zumindest so lange notwendig sein, wie wir keine anderen Begrenzungsmöglichkeiten haben.» Nur die auf EU-Ebene geplanten Reformen mit Verfahren an den Außengrenzen fĂŒr bestimmte Gruppen und einer anderen Verteilung könnten die Zahl der unerlaubten Einreisen dauerhaft senken. «Wir hoffen, dass das schneller geht, als wir alle denken», sagte Faeser. Die Kommission werde im Mai einen Umsetzungsplan vorlegen.

Starker RĂŒckgang von Menschen aus Afghanistan

Etwa drei FĂŒnftel der seit Jahresbeginn gestellten AsylantrĂ€ge entfielen auf die drei HauptherkunftslĂ€nder Syrien, Afghanistan und die TĂŒrkei. Allein aus Syrien kamen 14.024 Erstantragsteller, ein Minus von 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die ErstantrĂ€ge von Menschen aus Afghanistan gingen um 38,9 Prozent zurĂŒck von 10.924 auf 6679. Gestiegen sind dagegen die AntrĂ€ge von Menschen aus der TĂŒrkei - von 6809 im Vorjahr auf 7649. Im Jahr 2024 waren den Angaben des Bundesamtes zufolge 2786 der Erstantragstellenden in Deutschland geborene Kinder im Alter von weniger als einem Jahr.

In den ersten beiden Monaten des Jahres wurde nach Angaben des Bundesamtes ĂŒber 54.705 ErstantrĂ€ge entschieden. 86,5 Prozent der AntrĂ€ge aus Syrien wurden positiv beschieden - das heißt, es wurde ein Schutzstatus gewĂ€hrt. Bei den Antragstellern aus Afghanistan lag die Quote bei 67,1 Prozent. Nur 7,8 Prozent der Asylsuchenden aus der TĂŒrkei erhielten einen Schutzstatus. Insgesamt lag die Schutzquote ĂŒber alle HerkunftslĂ€nder bei 45 Prozent - das heißt, mehr als die HĂ€lfte der Asylbewerber werden abgelehnt.

@ dpa.de