Prozess, Cum-Ex-Kronzeugen

Prozess gegen Cum-Ex-Kronzeugen gestartet

21.11.2024 - 11:20:21

Im grĂ¶ĂŸten Steuerskandal der Bundesrepublik, den illegalen Cum-Ex-AktiengeschĂ€ften, hat vor dem Bonner Landgericht ein Strafprozess gegen eine der SchlĂŒsselfiguren begonnen.

Dem deutschen Anwalt Kai-Uwe Steck werden acht FĂ€lle von besonders schwerer Steuerhinterziehung in den Jahren 2007 bis 2015 vorgeworfen, bei denen laut Anklage ein Steuerschaden von insgesamt 428 Millionen Euro entstanden sein soll (Aktenzeichen 62 KLS 1/24).

Steck war Kanzleipartner von Hanno Berger, der als treibende Kraft hinter den Cum-Ex-GeschÀften in Deutschland gilt. Berger ist inzwischen rechtskrÀftig verurteilt, er sitzt im GefÀngnis.

Bei dem Betrug verschoben Finanzakteure Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch hin und her, um gar nicht gezahlte Steuern erstattet zu bekommen. Der Fiskus und somit die Allgemeinheit wurde dadurch um einen zweistelligen Milliarden-Euro-Betrag geprellt. Die Hochphase von Cum-Ex war von 2006 bis 2011.

Dem 53 Jahre alten Steck kommt eine zentrale Rolle bei der Strafverfolgung zu, da er 2016 auspackte und zum Kronzeugen der Staatsanwalt wurde. Seither trat er in mehreren Cum-Ex-Verfahren als Zeuge auf und belastete die Angeklagten mit seinen Aussagen. Sollte er verurteilt werden, dĂŒrfte sich seine Rolle als Kronzeuge als strafmildernd auswirken.

2019 gab Steck mit Maske und unter Pseudonym in der NDR-Sendung "Panorama" ein Interview, in dem er sich reumĂŒtig zeigte und die Cum-Ex-GeschĂ€fte als industrielle "Teufelsmaschine" bezeichnete. Er hat nach eigener Aussage 50 Millionen Euro daran verdient, dass er in Cum-Ex-GeschĂ€fte involviert war und vermögende Kunden beraten hat.

@ dpa.de