Statistikamt meldet höchste bisher registrierte Nettozuwanderung
27.06.2023 - 08:18:39 | dts-nachrichtenagentur.deWie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage endgĂŒltiger Ergebnisse am Dienstag mitteilte, fiel der WanderungsĂŒberschuss mehr als viermal so hoch aus wie im Vorjahr mit 329.000 mehr ZuzĂŒgen als FortzĂŒgen. Damit zeigt die Statistik die höchste bisher registrierte Nettozuwanderung innerhalb eines Berichtsjahres seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950.
Insgesamt wurden im Jahr 2022 rund 2,666 Millionen ZuzĂŒge und 1,204 Millionen FortzĂŒge ĂŒber die Grenzen Deutschlands erfasst. Im Vorjahr waren es noch rund 1,323 Millionen ZuzĂŒge und 994.000 FortzĂŒge. Der Anstieg gegenĂŒber 2021 sei vor allem darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass infolge des russischen Angriffskriegs viele Schutzsuchende aus der Ukraine nach Deutschland kamen, so die Statistiker. Im Jahr 2022 wurden rund 1,1 Millionen ZuzĂŒge und 138.000 FortzĂŒge von Menschen aus der Ukraine erfasst. Dabei fand die Zuwanderung aus der Ukraine vor allem von MĂ€rz bis Mai 2022 statt. Seit August 2022 sinkt sie stetig. Deutliche Anstiege der Nettozuwanderung verzeichnete die Statistik auch aus Syrien (2022: +68.000, 2021: +41.000) sowie aus Afghanistan (2022: +55.000, 2021: +31.000) und der TĂŒrkei (2022: +49.000, 2021: +19.000). Auch diese Entwicklungen stehen im Kontext von Fluchtmigration und steigenden Asylantragszahlen. Die Zuwanderung aus der EuropĂ€ischen Union (EU) stieg demgegenĂŒber nur moderat. Aus den anderen EU-Staaten wurden 2022 knapp 87.000 mehr ZuzĂŒge nach Deutschland als FortzĂŒge aus Deutschland erfasst. Im Vorjahr lag die Nettozuwanderung aus der EU bei +81.000 Personen. Die gröĂten Wanderungsgewinne entfielen im Jahr 2022 auf die HerkunftslĂ€nder RumĂ€nien (+35.000), Polen (+18.000) und Bulgarien (+13.000). Bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit ist seit 2005 eine Nettoabwanderung festzustellen, teilte das Bundesamt weiter mit. Im Jahr 2022 betrug der Wanderungsverlust deutscher StaatsbĂŒrger gegenĂŒber dem Ausland 83.000 Personen und fiel damit höher aus als im Vorjahr (2021: -64.000). Die deutschen Auswanderer waren mehrheitlich mĂ€nnlich (60 Prozent) und vergleichsweise jung mit durchschnittlich 35,0 Jahren im Vergleich zur deutschen Gesamtbevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 45,9 Jahren. HauptziellĂ€nder waren wie auch in den Vorjahren die Schweiz, Ăsterreich und die USA. Im Jahr 2022 wurden 20.000 FortzĂŒge von Deutschen in die Schweiz, 12.000 nach Ăsterreich und 10.000 in die USA registriert. Im Jahr 2022 wurden zudem innerhalb Deutschlands 1,069 Millionen Wanderungen ĂŒber die Bundeslandgrenzen registriert. Die Zahl lag somit auf Ă€hnlichem Niveau wie im Vorjahr (2021: 1,065 Millionen). Brandenburg profitierte mit einem positiven Saldo von 14.000 Personen am meisten von innerdeutschen Wanderungen. UrsĂ€chlich hierfĂŒr war die hohe Zuwanderung aus Berlin. Die nĂ€chstgröĂten innerdeutschen Wanderungsgewinne konnten Schleswig-Holstein (+9.000) sowie Mecklenburg-Vorpommern und Bayern (jeweils +5.000) vorweisen. Berlin (-11.000) und Baden-WĂŒrttemberg (-10.000) verloren dagegen im LĂ€ndervergleich die meisten Einwohner an andere BundeslĂ€nder.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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