KassenÀrzte und Psychotherapeuten warnen vor «Praxenkollaps»
18.08.2023 - 12:39:30Etwa 800 niedergelassene Ărzte und Psychotherapeuten haben in Berlin vor einem «Praxenkollaps» gewarnt und eine stĂ€rkere politische UnterstĂŒtzung fĂŒr den ambulanten Bereich in der Medizin gefordert. Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte Mediziner aus ganz Deutschland zu dem als Krisensitzung bezeichneten Treffen eingeladen.
KBV-Chef Andreas Gassen sprach von einem ersten und unmissverstĂ€ndlichen Warnzeichen an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). «So kann und darf die deutsche Gesundheitspolitik nicht weitergehen!», sagte er. Die ambulante Versorgung sei im Vergleich zu den KrankenhĂ€usern massiv unterfinanziert. Das sei nicht das Jammern von Spitzenverdienern, «sondern es geht darum, dass unsere Patientenversorgung im Land akut bedroht ist».Â
Droht das langsame Sterben?
Die KBVÂ wies bei ihrem Treffen auf Ăberlastung in den Praxen hin, auf fehlendes Personal und Nachwuchsmangel, kritisierte eine unzureichende digitale Infrastruktur und zu viel BĂŒrokratie. Es drohe ein langsames Sterben der Praxen.
Gassen forderte ein Ende der Budgetierung fĂŒr die Praxen und eine «nachhaltige Finanzierung». Wenn die Politik der Meinung sei, die Krankenkassen könnten dies nicht leisten, dann mĂŒssten dafĂŒr Steuergelder in die Hand genommen werden. Gefordert wurde zudem eine Aus- und Weiterbildung, die den medizinischen Nachwuchs sichere. Lauterbach wurde dazu aufgerufen, bis zum 13. September zu den Forderungen Stellung zu nehmen.
In Deutschland gibt es nach Angaben der KBVÂ etwa 100.000 Praxen mit rund 185.000 Ărzten und Psychotherapeuten.


