Wegen Angriffs auf Zug mit FuĂballfans: Polizei macht Razzia
11.03.2025 - 07:15:36Nach einer gewalttĂ€tigen Auseinandersetzung an einem Sonderzug von Fans von FuĂball-Drittligist Hansa Rostock und Rot-Weiss Essen hat die Bundespolizei Wohnungen von 31 VerdĂ€chtigen durchsucht. Die Razzia begann am frĂŒhen Morgen in mehreren Objekten in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern, wie eine Sprecherin der Bundespolizei sagte. AuĂerdem durchsuchten Polizisten in Berlin und Brandenburg jeweils ein Objekt.
«Wir haben in Essen zwei Kugelbomben gefunden und in Rostock eine Handgranate», sagte die Sprecherin am Morgen zu ersten Ermittlungsergebnissen. In Essen und Oberhausen hĂ€tten die TatverdĂ€chtigen massiven Widerstand gegen die Durchsuchung geleistet.Â
Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall, gefĂ€hrlicher Körperverletzung und SachbeschĂ€digung und wegen des gefĂ€hrlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Haftbefehle hatte die Bundespolizei zunĂ€chst nicht, es geht um die Sicherstellung von Beweisen, wie es hieĂ. Die heutigen MaĂnahmen sind der Auftakt fĂŒr weitere Ermittlungen. Es sollten Handys, Computer und Unterlagen ausgewertet werden.
Bundespolizei spricht bei Angriff auf Zug von organisierten TĂ€tern
Der volle Zug mit Hunderten Fans aus Essen war am 26. Oktober 2024 zwischen Berlin und Rostock nahe dem Ort Gransee in Brandenburg durch eine Notbremsung gestoppt worden. Vermummte und aggressive TĂ€ter griffen daraufhin den stehenden Zug an. Mehrere Scheiben gingen zu Bruch, auch auĂerhalb der Waggons soll es zu Auseinandersetzungen gekommen sein.
Unsere bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass die Fans aus Rostock und Essen sich gezielt zu dieser Auseinandersetzung verabredet haben, wie die Sprecherin weiter sagte.Â
In dem Zug hĂ€tten 780 Menschen gesessen, darunter auch Familien. Kurz nach der Tat hatte die Polizei, einen 20 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg als VerdĂ€chtigen identifiziert. Am Zug ist nach Angaben der Sprecherin der Bundespolizei ein Schaden in Höhe von 118.000 Euro entstanden. Die Bundespolizei spricht von einem gezielten Angriff und organisierten TĂ€tern, die konspirativ und gefĂ€hrlich vorgegangen seien.Â
Fans von Hansa Rostock schon mehrfach negativ in den Schlagzeilen
Nach dem Ăberfall hatten fĂŒnf AufsichtsrĂ€te von Hansa Rostock ihren RĂŒcktritt erklĂ€rt. Mit dem Angriff sei eine rote Linie ĂŒberschritten worden. Hansa Rostock hatte sich von den VorfĂ€llen distanziert. In der Vergangenheit waren Fans schon mehrfach negativ in die Schlagzeilen geraten.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) erwartete von Hansa Rostock nach dem Angriff deutliche Konsequenzen fĂŒr die TĂ€ter und betonte: «Erneut hat eine kleine Gruppe von Kriminellen, die den Volkssport FuĂball fĂŒr ihre Lust auf Gewalt missbraucht, einen groĂen Schaden fĂŒr den Verein, die Stadt und unser Land angerichtet.»





