Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Urteil im Prozess um Solinger Terroranschlag erwartet

10.09.2025 - 04:01:11 | dpa.de

Im Prozess um den Terroranschlag von Solingen will das Oberlandesgericht in Düsseldorf sein Urteil verkünden. Dem geständigen Angeklagten droht die Höchststrafe.

  • Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
    Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
  • Vor mehr als einem Jahr stach der Mann auf seine Opfer ein. (Archivbild) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
    Vor mehr als einem Jahr stach der Mann auf seine Opfer ein. (Archivbild) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Gut ein Jahr nach dem Terroranschlag von Solingen will das Düsseldorfer Oberlandesgericht heute das Urteil gegen den geständigen Attentäter verkünden. 

Dem 27-jährigen Issa al Hasan droht wegen dreifachen Mordes, zehnfachen Mordversuchs und als Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat die Höchststrafe: lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld und anschließende Sicherungsverwahrung.

Dies haben die Bundesanwaltschaft und sämtliche Nebenklägeranwälte beantragt. Die Verteidiger hatten sich lediglich gegen die Sicherungsverwahrung ausgesprochen. 

Drei Tote, acht Verletzte

Bei der Messerattacke auf dem Solinger Stadtfest waren am 23. August 2024 drei Menschen getötet und acht verletzt worden. Der Syrer hatte von hinten gezielt jeweils auf den Hals von Besuchern des Festes eingestochen. Er wurde einen Tag später festgenommen. 

Der Anschlag hatte bundesweit eine Debatte über die Flüchtlings- und Asylpolitik ausgelöst. In Nordrhein-Westfalen wurde in der Folge ein Sicherheitspaket mit Dutzenden Maßnahmen beschlossen. 

Issa al Hasan hatte bereits zu Prozessbeginn gestanden, den Messerangriff begangen zu haben. Der Anschlag von Solingen war der erste in Deutschland seit der Attacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016, zu dem sich die Terrormiliz IS bekannt hatte. 

Beweislage eindeutig 

Vor dem Anschlag hatte der abgelehnte Asylbewerber ein Bekennervideo aufgenommen und den Treueschwur auf den IS-Kalifen abgelegt. Dem psychiatrischen Gutachter stellte er sich mit den Worten vor: «Ich bin Issa, ich habe drei Leute umgebracht. Da bekommt man 80 Jahre. Ich warte auf den Tod.»

Seine Tat bezeichnete er zunächst als Rache für die Massaker «der Kreuzzügler» an Muslimen in Bosnien, dem Irak und weiteren Ländern, ein anderes Mal gab er an, es seien die toten Kinder im Gazastreifen und die Waffenlieferungen Deutschlands an Israel gewesen, die ihn zu der Tat getrieben hätten. 

Die Bundesanwaltschaft beschrieb ihn als Dschihadisten und Islamisten, der sich seit 2019 radikalisiert habe. Er habe darauf gedrungen, dass der IS den Anschlag für sich reklamiert, wie es dann auch geschehen sei.

Hohes Rückfallrisiko 

Der Psychiater hat dem Angeklagten ein hohes Rückfallrisiko attestiert. Hinweise auf eine verminderte Schuldfähigkeit gebe es trotz eines Intelligenzquotienten von nur 71 nicht. 

Zur islamistischen Ideologie komme bei ihm ein Mangel an Empathie und eine Faszination für Gewalt. Daraufhin gab das Gericht den Hinweis, dass für Issa al Hasan auch Sicherungsverwahrung in Betracht kommt. 

Nebenklage-Vertreter Simon Rampp sagte, der Angeklagte habe friedlich feiernde Besucher des «Festivals der Vielfalt» im Dunkeln und von hinten mit einem Messer angegriffen. «Mehr Heimtücke geht nicht.» Die Version des Angeklagten, während der Tat unter einer Wahnvorstellung gelitten zu haben, sei eine plumpe Schutzbehauptung.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
politik | 68169371 |

Weitere Meldungen

Schlotterbeck widerspricht: Keine schnelle Einigung mit BVB. Doch plötzlich hat sich die Situation durch eine Personalentscheidung verändert. Medienberichte verärgern den Verteidiger enorm. Nico Schlotterbeck war auf einen guten Weg, in Dortmund zu verlängern. (Politik, 31.03.2026 - 00:40) weiterlesen...

Ukraine-Unterstützer ausgespäht? Mutmaßlicher Spion in Haft. Er soll Informationen über eine Zielperson in Deutschland gesammelt haben. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft gab es weitere Pläne. Ein 53-Jähriger wird in Hagen festgenommen. (Politik, 30.03.2026 - 16:15) weiterlesen...

Mutmaßlicher Russland-Spion in U-Haft (Politik, 30.03.2026 - 15:58) weiterlesen...

Herbert Grönemeyer schlüpft ins Hasenkostüm. Welche Oster-Traditionen der Musiker sonst noch pflegt. Zu Ostern läuft Herbert Grönemeyer laut eigenen Worten im Hasenkostüm durch den Garten – und das auf Wunsch seiner Enkel sogar zweimal am Tag. (Unterhaltung, 30.03.2026 - 07:21) weiterlesen...

13-Jähriger stirbt nach Messerangriff in Witten. Er soll am Samstag seinen Sohn getötet sowie Frau und Tochter schwer verletzt haben. Die Ermittlungen laufen, das Motiv ist unklar. Verdächtigt wird ein Familienvater. (Unterhaltung, 29.03.2026 - 14:34) weiterlesen...

Mutter und Tochter nach Messerangriff außer Lebensgefahr. Der Zustand ist inzwischen stabil. Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine Familie in Witten sind Mutter und Tochter weiter im Krankenhaus. (Unterhaltung, 29.03.2026 - 10:42) weiterlesen...