Ringen, Klinik-Reform

Ringen um Klinik-Reform - NRW-Minister Laumann kritisiert Lauterbach

31.01.2024 - 11:07:52

Im Ringen um die geplante Krankenhausreform hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Wortbruch vorgeworfen.

Dabei geht es um Äußerungen Lauterbachs, nach denen die Klinikreform im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig sein soll. "Das Gesetz streift landesrechtliche Regelungsbereiche und ist zustimmungspflichtig", sagte Laumann am Mittwoch laut einer Mitteilung.

Lauterbach hatte am Vortag bekannt gegeben, dass die Reform im April ins Bundeskabinett eingebracht werden soll. "Das große Finanzierungsgesetz ist nicht zustimmungspflichtig", sagte er. Die Reform soll Kliniken von dem Druck befreien, aus UmsatzgrĂŒnden möglichst viele Patientinnen und Patienten zu behandeln. Patientinnen und Patienten mit komplexen Eingriffen sollen zudem verstĂ€rkt in spezialisierten HĂ€usern behandelt werden.

Laumann sagte, Bund und LĂ€nder hĂ€tten gemeinsam an Eckpunkten der Reform gearbeitet. "Trotz einiger Bedenken im LĂ€nderkreis ist es immer Grundsatz unserer Arbeit gewesen, im Sinne der Sache zu agieren und die Reform nicht durch parteipolitische Interessen zu gefĂ€hrden", erklĂ€rte Laumann. Als "mehr als irritierend" habe er empfunden, dass Lauterbach in der Gesundheitsministerkonferenz am Montag verneint habe, "das Krankenhausgesetz und die Umsetzungsverordnungen des Krankenhausgesetzes weiterhin zustimmungspflichtig gestalten zu wollen". Laumann: "Wenn das wirklich so kommen sollte, kĂ€me dies einem Wortbruch gleich und wĂŒrde das gegenseitige Vertrauen erschĂŒttern." Diese Sichtweise habe Lauterbach bei der Bekanntgabe des Reform-Fahrplans dann noch einmal bestĂ€tigt.

"Es ist denkbar, dass Minister Lauterbach glaubt, mit der Mehrheit der SPD-gefĂŒhrten LĂ€nder im RĂŒcken im Bundesrat ein wenig ambitioniertes Gesetz auch ohne Zustimmung einer breiten LĂ€ndermehrheit in Kraft setzen zu können", sagte Laumann. "Ich kann hier nur an alle LĂ€nder appellieren, ihre grundgesetzlich festgeschriebenen Gestaltungsrechte in der Krankenhausplanung nicht zugunsten der ParteirĂ€son zu opfern."

@ dpa.de