Deutschland, Gesundheit

Lauterbach warnt vor «unkontrolliertem Krankenhaussterben»

01.06.2023 - 01:30:03

Im Ringen um die umstrittene Krankenhausreform berĂ€t der Bundesgesundheitsminister heute mit seinen LĂ€nderkollegen. Lauterbach verteidigt die Reform: Ohne sie wĂŒrde ein Viertel der KrankenhĂ€user sterben.

Vor weiteren Beratungen ĂŒber die umstrittene Krankenhausreform hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Dringlichkeit der PlĂ€ne betont. «Wir stehen am Beginn eines unkontrollierten Krankenhaussterbens», sagte der SPD-Politiker der «Bild»-Zeitung. «Ohne die Reform wĂŒrden wohl 25 Prozent der KrankenhĂ€user sterben.»

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) forderte Lauterbach erneut auf, seine ReformplĂ€ne zu ĂŒberarbeiten. Die LĂ€nder mĂŒssten selbst entscheiden können, welche Versorgung wo stattfindet, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Alles andere ist verfassungswidrig.» Es dĂŒrfe nicht dazu kommen, dass am «grĂŒnen Tisch in der Berliner Blase» ĂŒber die KrankenhĂ€user vor Ort entschieden werde. «Ich sehe gerade in FlĂ€chenlĂ€ndern wie Bayern die wohnortnahe Versorgung durch die aktuellen VorschlĂ€ge der Reform gefĂ€hrdet», warnte er.

Im Ringen um die Reform kommt Lauterbach an diesem Donnerstag in Berlin zu weiteren Beratungen mit seinen LĂ€nderkollegen zusammen. Der Bundesminister hatte deutlich gemacht, dass er ĂŒber den Sommer konkretere VorschlĂ€ge fĂŒr ein Gesetz anstrebt. Im Kern soll das VergĂŒtungssystem mit Pauschalen fĂŒr BehandlungsfĂ€lle geĂ€ndert werden, um die KrankenhĂ€user von wirtschaftlichem Druck zu lösen.

Mit den LĂ€ndern diskutiert wird vor allem ĂŒber geplante Einstufungen des Kliniknetzes mit einer entsprechenden Finanzierung - von der wohnortnahen Grundversorgung ĂŒber eine zweite Stufe mit weiteren Angeboten bis zu Maximalversorgern wie UniversitĂ€tskliniken. Geplant sind auch einheitliche QualitĂ€tskriterien, damit Kliniken bestimmte Leistungen erbringen können. Die Branche hatte zuletzt erneut vor akuten Finanznöten vieler KrankenhĂ€user gewarnt.

@ dpa.de

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