Zahl, ElterngeldempfÀnger

Zahl der ElterngeldempfÀnger sinkt

24.03.2025 - 09:13:36

Im vergangenen Jahr haben weniger VĂ€ter und MĂŒtter Elterngeld bezogen als im Jahr 2023. Ab April kommt zudem eine Änderung auf werdende Eltern zu.

Rund 1,67 Millionen VĂ€ter und MĂŒtter in Deutschland haben im vergangenen Jahr Elterngeld erhalten. Damit sank die Zahl der EmpfĂ€nger im Vergleich zum Jahr 2023 um rund 95.000 Menschen oder 5,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Demnach ging der Wert im dritten Jahr in Folge zurĂŒck und lag 2024 etwa 10,6 Prozent niedriger als 2021.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum ging die Zahl der Geburten nach vorlĂ€ufigen Angaben um etwa 15 Prozent zurĂŒck. Das Elterngeld bezeichnet die Lohnersatzleistung, die MĂŒtter und VĂ€ter nach der Geburt eines Kindes erhalten, wenn sie zu Hause bleiben.

Elterngeld Plus wird beliebter

Einen Zuwachs gab es allerdings beim Elterngeld Plus, das immer stĂ€rker nachgefragt werde. 613.000 Bezieherinnen und Bezieher von Elterngeld planten laut den Statistikern im Jahr 2024, Elterngeld Plus in Anspruch zu nehmen - 42,3 Prozent der berechtigten MĂŒtter und 20,6 Prozent der VĂ€ter. Insgesamt betrug der Anteil der EmpfĂ€ngerinnen und EmpfĂ€nger von Elterngeld, die bei ihrem Elterngeldbezug zumindest anteilig auch Elterngeld Plus einplanten, 36,7 Prozent (2023: 34,8 Prozent). 

Das Elterngeld Plus wurde 2016 eingefĂŒhrt und fĂ€llt nach Angaben des Bundesamts monatlich niedriger aus als das sogenannte Basiselterngeld, wird dafĂŒr aber lĂ€nger gezahlt, so dass es insgesamt den gleichen Gesamtbetrag ergibt. 

Unterschiede bei VÀtern in den BundeslÀndern

Der VĂ€teranteil an den Elterngeldbeziehern ging im Jahr 2024 leicht zurĂŒck auf 25,8 Prozent (2023: 26,2 Prozent). «Dies ist der erste nennenswerte RĂŒckgang», hieß es. Seit 2015 sei der VĂ€teranteil kontinuierlich angestiegen, damals hatte er noch bei 20,9 Prozent gelegen.

Der VĂ€teranteil gibt den Anteil der mĂ€nnlichen Bezieher an allen EmpfĂ€ngern an. Er wĂŒrde also genau 50 % betragen, wenn bei allen Kindern sowohl der Vater als auch die Mutter gleichermaßen Elterngeld beziehen wĂŒrde.

Spitzenreiter im BundeslĂ€ndervergleich mit einem VĂ€teranteil von 29,5 Prozent im Jahr 2024 war – wie im Vorjahr – Sachsen, gefolgt von Baden-WĂŒrttemberg (28,1 Prozent) und Bayern (27,8 Prozent). Am niedrigsten lag der VĂ€teranteil 2024 – ebenfalls wie im Vorjahr – im Saarland (20,6 Prozent).

Die durchschnittliche Dauer des geplanten Elterngeldbezugs lag bei den Frauen im Jahr 2024 unverĂ€ndert bei 14,8 Monaten. Die von MĂ€nnern angestrebte Bezugsdauer war mit durchschnittlich 3,8 Monaten dagegen deutlich kĂŒrzer.

Diskussion ums Elterngeld

Das Elterngeld soll ab April 2025 nur noch an Alleinerziehende und Paare gehen, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 175.000 Euro haben. Diese neue Grenze gilt, wenn das Kind am oder nach dem 1. April geboren wird. Die Grenze war bereits im April 2024 auf 250.000 Euro gesenkt worden. Davor hatte sie noch bei 300.000 Euro gelegen. 

Angesichts dieser Einsparungen entbrannte zuletzt eine Diskussion um die gÀnzliche Abschaffung des Elterngelds. Unter anderem Landkreistag-PrÀsident Achim Brötel und Clemens Fuest vom ifo-Institut forderten die Streichung.

@ dpa.de