Bundesregierung gegen russische Schattenflotte aktiv
13.01.2025 - 15:01:25Die Bundesregierung sei hier in BrĂŒssel "sehr aktiv", um die rechtlichen Mittel, "sprich Sanktionen", gegen solche AktivitĂ€ten voranzutreiben, erklĂ€rte ein Sprecher in Berlin. Mittlerweile zĂ€hle das AuswĂ€rtige Amt insgesamt 79 Schiffe zu der Schattenflotte, die Russland einsetze, um Ăl unter Umgehung von Sanktionen zu exportieren, hieĂ es weiter. Die Problematik sei seit einigen Monaten bekannt.
NordeuropÀische Staaten fordern mehr HÀrte gegen Schattenflotte
Auch andere EU-LĂ€nder wollen mehr MaĂnahmen: Die AuĂenminister der baltischen und nordeuropĂ€ischen Staaten DĂ€nemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Schweden baten die EU-Kommission jĂŒngst per Brief darum, stĂ€rker gegen die russischen SchattenaktivitĂ€ten vorzugehen.
Hintergrund ist der seit Tagen manövierunfĂ€hige Tanker "Eventin", der am Freitag in der Ostsee nördlich von RĂŒgen havariert war und Teil dieser berĂŒchtigten russischen Schattenflotte sein soll. Das 274 Meter lange Schiff mit fast 100.000 Tonnen Ăl an Bord wird derzeit von einem Schlepper vor dem Stadthafen von Sassnitz gesichert und soll wahrscheinlich gegen Abend die Ostsee Richtung DĂ€nemark verlassen.
Die 24 Besatzungsmitglieder werden nach Angaben des WasserstraĂen- und Schifffahrtsamts Ostsee versorgt - da auf dem Schiff alle wichtigen Funktionen wie etwa Heizung und sanitĂ€re Einrichtungen ausgefallen seien. Eine Gefahr fĂŒr die Umwelt geht laut Bundesumweltministerium von dem Tanker aber derzeit nicht aus.
Deutsche Warnung vor potenziellen UmweltschÀden
Ob es zu dem konkreten Tanker und seiner Funktion als Teil der Schattenflotte GesprĂ€che mit Russland gibt, blieb offen. Der Sprecher des AuĂenministeriums machte deutlich, dass die Schiffe der Schattenflotte "nicht unbedingt russischen Eignern" gehörten, sondern "auch durchaus andere Flaggenstaaten haben". Deshalb sei Deutschland in enger Abstimmung mit europĂ€ischen und anderen internationalen Partnern gegen diese Flotte aktiv.
AuĂerdem pflege die Bundesregierung auch Kontakte zu den besagten Flaggenstaaten, um diese nicht nur fĂŒr die Problematik der Sanktionsumgehung, sondern auch fĂŒr potenzielle UmweltschĂ€den durch auslaufendes Ăl zu sensibilisieren, erklĂ€rte der Sprecher weiter. Diese potenziellen Gefahren fĂŒr die Umwelt betrĂ€fen nicht nur die Ostsee, sondern seien auch in vielen GewĂ€ssern weltweit eine Gefahr.

