Produktion/Absatz, Wettbewerb

Nord-Stream-Sabotage - VerdÀchtiger in Italien festgenommen

21.08.2025 - 12:41:47

Im Zusammenhang mit der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines im September 2022 hat die Bundesanwaltschaft in Italien einen tatverdÀchtigen Ukrainer festnehmen lassen.

Die Karlsruher Behörde wirft ihm unter anderem das gemeinschaftliche HerbeifĂŒhren einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage vor. Über die Festnahme berichtete zuvor der "Spiegel".

Der Mann soll den Angaben zufolge zu einer Gruppe von Personen gehören, die vor rund drei Jahren nahe der dĂ€nischen Ostseeinsel Bornholm SprengsĂ€tze an den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 platzierte. "Bei dem Beschuldigten handelte es sich mutmaßlich um einen der Koordinatoren der Operation", teilt die Bundesanwaltschaft mit.

Der Ukrainer sei in der vergangenen Nacht in der italienischen Provinz Rimini von Beamten der Carabinieri-Station in Misano Adriatico gefasst worden. Man habe eng mit dem Dienst fĂŒr Internationale polizeiliche Zusammenarbeit kooperiert, hieß es weiter. Der Beschuldigte soll demnĂ€chst nach Deutschland ĂŒberstellt und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgefĂŒhrt werden, der ĂŒber die Untersuchungshaft entscheidet.

Lecks an Leitungen

Mehrere Sprengungen hatten die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 Ende September 2022 beschÀdigt und unterbrochen. Die Explosionen wurden in der NÀhe von Bornholm registriert. Wenig spÀter entdeckte man vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines. Durch Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der folgenden politischen Streitigkeiten noch nicht in Betrieb.

Nach der Tat kam schnell die Frage auf, wie die Sprengladungen wohl angebracht wurden, um die Leitungen der Pipelines zu beschĂ€digen. Experten hielten es fĂŒr wahrscheinlich, dass ausgebildete Taucher SprengsĂ€tze an den Orten angebracht haben könnten. Die Behörden mehrerer LĂ€nder hatten nach dem Anschlag Ermittlungen aufgenommen. DĂ€nemark und Schweden stellten die Verfahren aber ein.

Die Bundesanwaltschaft erklĂ€rt nun zu der Festnahme, fĂŒr den Transport hĂ€tten der Beschuldigte und seine MittĂ€ter eine Segeljacht genutzt, die von Rostock aus startete. Die Jacht sei zuvor mit Hilfe gefĂ€lschter Ausweispapiere ĂŒber MittelsmĂ€nner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden.

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