Gewalt, Frauen

Mehr Gewalt gegen Frauen: Faeser fĂŒr elektronische Fußfessel

23.10.2024 - 15:23:58

Immer mehr Frauen und MĂ€dchen werden Opfer von Gewalt. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik, auch wenn bei solchen Delikten von einem großen Dunkelfeld auszugehen ist.

  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) plĂ€diert fĂŒr harte Strafen, verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings und die elektronische Fußfessel, um Frauen besser vor Gewalt zu schĂŒtzen. (Archivfoto) - Foto: Andreas Arnold/dpa

    Andreas Arnold/dpa

  • In Frankreich hat der Prozess um den jahrelangen sexuellen Missbrauch einer von ihrem Ehemann betĂ€ubten Frau durch Dutzende fremde MĂ€nner eine breite öffentliche Debatte ĂŒber Gewalt gegen Frauen ausgelöst. (Archivfoto)  - Foto: Christophe Ena/AP/dpa

    Christophe Ena/AP/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) plĂ€diert fĂŒr harte Strafen, verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings und die elektronische Fußfessel, um Frauen besser vor Gewalt zu schĂŒtzen. (Archivfoto) - Foto: Andreas Arnold/dpaIn Frankreich hat der Prozess um den jahrelangen sexuellen Missbrauch einer von ihrem Ehemann betĂ€ubten Frau durch Dutzende fremde MĂ€nner eine breite öffentliche Debatte ĂŒber Gewalt gegen Frauen ausgelöst. (Archivfoto)  - Foto: Christophe Ena/AP/dpa

Die Gewalt gegen Frauen und MÀdchen nimmt in Deutschland laut Polizeistatistik stark zu. Wie eine Sonderauswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigt, wurden im vergangenen Jahr 62.404 MÀdchen und Frauen Opfer einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dazu zÀhlen etwa Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. 

Im Vorjahr zĂ€hlten die Polizeibehörden 58.900 weibliche Opfer entsprechender Straftaten. Im Jahr 2015 waren der Polizei, was dieses Delikt betrifft, bei dem von einem großen Dunkelfeld auszugehen ist, 32.460 weibliche Opfer bekanntgeworden. Über die Sonderauswertung hatte zuerst «Bild» berichtet.

Eine deutliche Zunahme gab es 2023 den Angaben zufolge auch bei der Zahl der weiblichen Opfer von Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Bei diesen Delikten, zu denen unter anderem die Zwangsprostitution gehört, wurden demnach im vergangenen Jahr FÀlle mit mehr als 148.000 weiblichen Opfern aktenkundig. Zum Vergleich: Im Vorjahr zÀhlte die Polizei hier bundesweit rund 134.000 weibliche Opfer. Im Jahr 2013 waren rund 106.000 Frauen und MÀdchen betroffen.

Faeser wĂŒnscht sich «viel entschlosseneres Handeln» 

«Die gestiegene Gewalt gegen Frauen ist unertrĂ€glich und fordert ein noch viel entschlosseneres Handeln», kommentiert Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Zahlen. Die SPD-Politikerin sagt: «Wir brauchen harte Strafen, die elektronische Fußfessel und verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings.» Wer ein solches Training verweigere, mĂŒsse dann empfindliche Sanktionen erhalten. Es sei gut, dass das verpflichtende Anti-Gewalt-Training, das sich in Österreich bewĂ€hrt habe, nun Teil des von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) vorgelegten Entwurfs zur Reform des Kindschaftsrechts sei.

Über elektronische Fußfessel muss Justizressort entscheiden

Faeser hatte bereits bei der Innenministerkonferenz von Bund und LĂ€ndern im Juni gesagt, Verbote fĂŒr TĂ€ter, die Wohnung zu betreten und sich der von Gewalt betroffenen Frau zu nĂ€hern, mĂŒssten «konsequent durchgesetzt und engmaschig kontrolliert werden». Dazu sei sie bereits im Austausch mit Buschmann. Außerdem sollten TĂ€ter mit einer elektronischen Fußfessel ĂŒberwacht werden. 

Das Bundesinnenministerium setze sich innerhalb der Bundesregierung dafĂŒr ein, dass das Gewaltschutzgesetz um die Möglichkeit der Anordnung von «verpflichtender TĂ€terarbeit» und elektronischer AufenthaltsĂŒberwachung ergĂ€nzt werde, sagte eine Sprecherin. Zur elektronischen Fußfessel sei man mit dem fĂŒr das Gesetz zustĂ€ndigen Justizressort in engem Austausch. 

Das Bundesjustizministerium hat eine Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe zu der Frage eingerichtet, die sich am 1. Juli erstmals getroffen hat.

@ dpa.de