Mehr Gewalt gegen Frauen: Faeser fĂŒr elektronische FuĂfessel
23.10.2024 - 15:23:58Die Gewalt gegen Frauen und MĂ€dchen nimmt in Deutschland laut Polizeistatistik stark zu. Wie eine Sonderauswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigt, wurden im vergangenen Jahr 62.404 MĂ€dchen und Frauen Opfer einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dazu zĂ€hlen etwa Vergewaltigung und sexuelle Nötigung.Â
Im Vorjahr zĂ€hlten die Polizeibehörden 58.900 weibliche Opfer entsprechender Straftaten. Im Jahr 2015 waren der Polizei, was dieses Delikt betrifft, bei dem von einem groĂen Dunkelfeld auszugehen ist, 32.460 weibliche Opfer bekanntgeworden. Ăber die Sonderauswertung hatte zuerst «Bild» berichtet.
Eine deutliche Zunahme gab es 2023 den Angaben zufolge auch bei der Zahl der weiblichen Opfer von Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Bei diesen Delikten, zu denen unter anderem die Zwangsprostitution gehört, wurden demnach im vergangenen Jahr FÀlle mit mehr als 148.000 weiblichen Opfern aktenkundig. Zum Vergleich: Im Vorjahr zÀhlte die Polizei hier bundesweit rund 134.000 weibliche Opfer. Im Jahr 2013 waren rund 106.000 Frauen und MÀdchen betroffen.
Faeser wĂŒnscht sich «viel entschlosseneres Handeln»Â
«Die gestiegene Gewalt gegen Frauen ist unertrĂ€glich und fordert ein noch viel entschlosseneres Handeln», kommentiert Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Zahlen. Die SPD-Politikerin sagt: «Wir brauchen harte Strafen, die elektronische FuĂfessel und verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings.» Wer ein solches Training verweigere, mĂŒsse dann empfindliche Sanktionen erhalten. Es sei gut, dass das verpflichtende Anti-Gewalt-Training, das sich in Ăsterreich bewĂ€hrt habe, nun Teil des von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) vorgelegten Entwurfs zur Reform des Kindschaftsrechts sei.
Ăber elektronische FuĂfessel muss Justizressort entscheiden
Faeser hatte bereits bei der Innenministerkonferenz von Bund und LĂ€ndern im Juni gesagt, Verbote fĂŒr TĂ€ter, die Wohnung zu betreten und sich der von Gewalt betroffenen Frau zu nĂ€hern, mĂŒssten «konsequent durchgesetzt und engmaschig kontrolliert werden». Dazu sei sie bereits im Austausch mit Buschmann. AuĂerdem sollten TĂ€ter mit einer elektronischen FuĂfessel ĂŒberwacht werden.Â
Das Bundesinnenministerium setze sich innerhalb der Bundesregierung dafĂŒr ein, dass das Gewaltschutzgesetz um die Möglichkeit der Anordnung von «verpflichtender TĂ€terarbeit» und elektronischer AufenthaltsĂŒberwachung ergĂ€nzt werde, sagte eine Sprecherin. Zur elektronischen FuĂfessel sei man mit dem fĂŒr das Gesetz zustĂ€ndigen Justizressort in engem Austausch.Â
Das Bundesjustizministerium hat eine Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe zu der Frage eingerichtet, die sich am 1. Juli erstmals getroffen hat.





