Sachsens, Innenminister

Sachsens Innenminister empört ĂŒber Aufnahmen aus Afghanistan

14.04.2025 - 03:45:38

In den Wochen bis zur erwarteten Wahl von Friedrich Merz (CDU) zum Kanzler sollen noch etliche Menschen aus Afghanistan aufgenommen werden. Das gefÀllt nicht allen.

  • Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) meint, eine geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung sollte keine weitreichenden Entscheidungen treffen. Dazu zĂ€hlt er auch die Aufnahme gefĂ€hrdeter Menschen aus Afghanistan. (Archivfoto) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Ende MĂ€rz kamen 174 Afghaninnen und Afghanen mit einem Charterflug in Hannover an. (Archivfoto) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) meint, eine geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung sollte keine weitreichenden Entscheidungen treffen. Dazu zĂ€hlt er auch die Aufnahme gefĂ€hrdeter Menschen aus Afghanistan. (Archivfoto) - Foto: Sebastian Kahnert/dpaEnde MĂ€rz kamen 174 Afghaninnen und Afghanen mit einem Charterflug in Hannover an. (Archivfoto) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mit Empörung hat Sachsens Innenminister Armin Schuster auf die AnkĂŒndigung weiterer CharterflĂŒge fĂŒr gefĂ€hrdete Menschen aus Afghanistan nach Deutschland reagiert. «Der politische Anstand gebietet einer geschĂ€ftsfĂŒhrenden Bundesregierung, maßzuhalten und nicht noch das zu intensivieren, wofĂŒr die neue Bundesregierung bekanntermaßen genau nicht stehen wird», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dass Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) quasi in letzter Sekunde vor ihrem Abtritt derart weitreichende und «unsere Gesellschaft massiv polarisierende Aktionen im Akkord» nacheinander «durchziehen» wolle, sei «wirklich infam und vollkommen verbohrt». 

Vor Kanzlerwahl im Mai mehrere FlĂŒge

Nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums sind in diesem Monat noch insgesamt drei FlĂŒge fĂŒr Afghaninnen und Afghanen von Pakistan nach Deutschland geplant: am kommenden Mittwoch sowie am 23. und 29. April. Per Flugzeug sollen sowohl ehemalige OrtskrĂ€fte deutscher Institutionen in Afghanistan als auch besonders gefĂ€hrdete Menschen, wie etwa MenschenrechtsanwĂ€lte oder Frauenrechtlerinnen, nach Deutschland geholt werden.

Am 10. MĂ€rz hatte eine Sprecherin des AuswĂ€rtigen Amts mitgeteilt, fĂŒr rund 2.800 Menschen aus Afghanistan gebe es noch Zusagen fĂŒr eine Aufnahme in Deutschland. Die bereits getroffenen Zusagen hĂ€tten aus Sicht der Bundesregierung rechtlichen Bestand. In Hannover war Ende MĂ€rz ein Flugzeug mit 174 Afghaninnen und Afghanen gelandet, die eine Aufnahmezusage fĂŒr Deutschland erhalten hatten. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: «Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme soweit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen.»

«Mit den Aufnahmeprogrammen mögen in absoluten Zahlen nur wenige Personen kommen», sagte Schuster. Nach ĂŒber zehn Jahren einer nahezu ungesteuerten Migrationspolitik trĂ€fen diese Menschen jedoch auf StĂ€dte und Gemeinden, die, was Finanzierung und Unterbringung angehe, schon völlig ĂŒberfordert seien. An erfolgreiche Integration sei schon lange nicht mehr zu denken. Auch die große Zahl von Angehörigen, die mit den als schutzbedĂŒrftig identifizierten Menschen einreisten, mache deutlich, dass dieses Programm aus dem Ruder gelaufen sei. 

Schuster: besser um Abschiebungen kĂŒmmern

Schuster, der fĂŒr seine Partei an den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen beteiligt war, kritisierte, das AuswĂ€rtige Amt unter der Leitung von Baerbock habe «die wenigen und komplizierten diplomatischen Möglichkeiten mit den Taliban offenbar ausschließlich dazu genutzt, um zigtausende Personen nach Deutschland zu holen, anstatt sich um die RĂŒckfĂŒhrung der Personen zu bemĂŒhen, die als Mehrfach- und IntensivstraftĂ€ter oder unverhohlene Islamisten jedes Gastrecht verwirkt haben».

@ dpa.de