Generalbundesanwalt ermittelt wegen Spionageverdacht auf Signal
24.04.2026 - 14:35:25 | dts-nachrichtenagentur.deDemnach ermittelt der ranghöchste Strafverfolger des Bundes wegen des Verdachts auf geheimdienstliche AgententĂ€tigkeit, also wegen Spionageverdachts. Am Dienstag war bekannt geworden, dass unter anderem das Signal-Konto der BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner (CDU) von den Angreifern erfolgreich kompromittiert wurde. Der Vorgang ist von erheblicher Brisanz, da Klöckner auch CDU-PrĂ€sidiumsmitglied ist und die Mitglieder des Parteigremiums ebenfalls ĂŒber Signal kommunizieren - auch Bundeskanzler Friedrich Merz.
Mitarbeiter des Bundesamts fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) hatten den Kanzler in der Sache persönlich aufgesucht; anders als bei der BundestagsprĂ€sidentin zeigte sein Signal-Nutzerkonto indes offenbar keine AuffĂ€lligkeiten.
Laut "Spiegel"-Bericht laufen die Karlsruher Ermittlungen bereits seit Mitte Februar. Damals hatten BfV und das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik erstmals öffentlich vor der laufenden Phishingkampagne gewarnt. Dem BfV seien "bereits zahlreiche hochrangige Betroffenheiten bekannt geworden", hieĂ es in einem neuen dringlichen Warnschreiben der Behörde, das am Dienstag den Fraktionsspitzen der im Bundestag vertretenen Parteien zugegangen war. Es sei zudem von einer hohen Dunkelziffer weiterer Opfer auszugehen.
Neben hochrangigen Politikern, Wirtschaftsleuten und bekannten Journalisten sind nach "Spiegel"-Informationen auch MilitĂ€rs der Nato betroffen. Bereits Ende 2025 seien Signal-Konten auf privaten Telefonen von Nato-Leuten kurzzeitig von den Angreifern ĂŒbernommen worden, schreibt der "Spiegel" unter Berufung auf "MilitĂ€rkreise".
Unter den betroffenen MilitĂ€rs sollen keine Bundeswehr-Angehörigen sein. Bereits am 6. Januar hatte der MilitĂ€rische Abschirmdienst (MAD), der fĂŒr die Spionageabwehr bei der Bundeswehr zustĂ€ndig ist, in einer dringlichen Warnmeldung vor der Masche der Angreifer gewarnt. NiederlĂ€ndische Geheimdienste hatten im MĂ€rz öffentlich russische staatliche Akteure fĂŒr die laufende Angriffswelle verantwortlich gemacht.
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