Telefon-Leitstelle, NotfÀlle

Ärzte fordern einheitliche Telefon-Leitstelle fĂŒr NotfĂ€lle

25.01.2024 - 07:41:19

In der Debatte um die Entlastung von Notfallambulanzen hat der PrÀsident der BundesÀrztekammer, Klaus Reinhardt, eine Zusammenlegung der Notfall- und Bereitschaftsnummern gefordert.

"Wir mĂŒssen viel grundlegender an die Idee einer einheitlichen Leitstelle ran, die ĂŒber die 116, 117 und 112 erreichbar ist", sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. "Dort werden die Patienten nach einem telefonischen GesprĂ€ch entsprechend zugeordnet, entweder in eine Notaufnahme oder es wird ihnen ein Termin in einer Praxis vermittelt. Das kann in weniger dringlichen FĂ€llen auch in den nĂ€chsten Tagen sein." Auch sprach er sich fĂŒr eine Sanktionierung von Menschen aus, die Notaufnahmen missbrĂ€uchlich aufsuchen: "Erst in einem letzten Schritt sollten wir ĂŒber Maßnahmen nachdenken, wenn jemand das System missbraucht, also wiederholt und ohne Not an der Leitstelle vorbei in die Notaufnahme eines Krankenhauses kommt." Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte vor wenigen Tagen Eckpunkte fĂŒr eine Reform der Notfallversorgung vorgelegt, bei der die Notdienstnummern des Rettungsdiensts und der KassenĂ€rztlichen Vereinigungen vernetzt werden sollen, um Patienten besser zu steuern.

Dem ÄrzteprĂ€sidenten geht dieser Vorschlag nicht weit genug. Auch beim Kampf gegen Medizinermangel auf dem Land setzt Reinhardt auf neue Anreiz-Modelle fĂŒr HausĂ€rzte: "Warum soll nicht ein Arzt mit Praxis in einer Stadt wie Dortmund oder MĂŒnchen sich fĂŒr einen gewissen Zeitraum verpflichten, einmal in der Woche einen Dienst in einer hausĂ€rztlichen Praxis im lĂ€ndlichen Umland zu machen - gegen eine vernĂŒnftige, attraktive VergĂŒtung natĂŒrlich." Mit Zwangsversetzungen aufs Land gewinne man dagegen niemanden.

@ dts-nachrichtenagentur.de