AOK-Chefin fordert höhere Preise fĂŒr Alkohol und Tabak
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVor allem bei Alkohol und Tabak sieht Reimann Handlungsbedarf. "Wir haben bei Tabak und Alkohol eine permanente VerfĂŒgbarkeit und sehr niedrige Preise", sagte sie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle deshalb, gesundheitsschĂ€dliche Lebensmittel und Genussmittel zu verteuern und ihre VerfĂŒgbarkeit einzuschrĂ€nken. Konkret könne das bedeuten, dass Alkohol nicht an jeder Tankstelle verkauft werde. Auch WerbeeinschrĂ€nkungen und eine Umgebung, in der man gut zu FuĂ oder mit dem Fahrrad unterwegs sein könne, könnten helfen. "All das kann es den Menschen leichter machen, sich gesund zu verhalten."
Mit Blick auf die Finanzen der Kassen warnte Reimann zugleich vor weiter steigenden ZusatzbeitrĂ€gen. "Im Moment kann niemand ausschlieĂen, dass die ZusatzbeitrĂ€ge weiter ansteigen", sagte sie. Die Kassen hĂ€tten im ersten Halbjahr zwar mehr als zwei Milliarden Euro Ăberschuss erzielt. Das sei aber "nur die halbe Wahrheit". Die Leistungsausgaben stiegen weiter um sieben bis acht Prozent. "Das eigentliche Problem ist die Ausgabenseite. Die ist ungebremst dynamisch."
Das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz mit Einsparungen von 18 Milliarden Euro hĂ€lt Reimann fĂŒr nicht ausreichend. "Die 18 Milliarden werden nicht ausreichen", sagte sie. "Die ursprĂŒnglichen SchĂ€tzungen zur FinanzlĂŒcke im kommenden Jahr sind jetzt schon Makulatur." ZusĂ€tzliche Einsparpotenziale sieht sie unter anderem bei den Arzneimittelkosten. Zudem mĂŒsse der Bund bei gesamtgesellschaftlichen Aufgaben stĂ€rker Verantwortung ĂŒbernehmen.
Mit Blick auf die angekĂŒndigten Strukturreformen setzt Reimann auf die VorschlĂ€ge der Finanzkommission. Sie hoffe sehr, dass der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) "auf Evidenz und auf den Sachverstand der Kommission setzt und darauf seine Gesetzgebung aufbaut". Wenn die VorschlĂ€ge Ende des Jahres vorlĂ€gen, sollte der Minister genau prĂŒfen, "was davon umzusetzen ist, um unser Gesundheitssystem stabil und zukunftsfest zu machen".
