MinisterprÀsidenten, Risiken

MinisterprÀsidenten warnen vor Risiken bei AfD-Verbotsverfahren

15.01.2024 - 05:00:00

In der Debatte um ein mögliches Parteiverbotsverfahren haben die saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin Anke Rehlinger und Hamburgs Erster BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (beide SPD) vor Gefahren des Scheiterns eines solchen Antrags vor dem Bundesverfassungsgericht gewarnt.

"Ein Verbotsverfahren ist sehr sensibel und es sollte nur dann angestoßen werden, wenn es nach menschlichem Ermessen sicher zum Erfolg fĂŒhrt", sagte Rehlinger der "Welt" (Montagausgaben). "Sonst organisiert man der Partei einen desaströsen Erfolg, den sie ausschlachten wird." Tschentscher warnte: "Ein Verbotsverfahren darf kein Bumerang werden."

Es sollte deshalb auch erst begonnen werden, "wenn es ausreichend Hinweise und Informationen gibt, um ein Verbot auch gerichtlich durchzusetzen". Die MinisterprĂ€sidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), bezeichnete die AfD als "politischen Arm der rechtsextremistischen Verfassungsfeinde in Deutschland" und sagte: "Die Politik der AfD und ihrer rechtsextremen Netzwerke macht ganz vielen Menschen in Deutschland Angst. Das können wir nicht dulden, und deshalb sende ich an alle BĂŒrger und BĂŒrgerinnen, die von der AfD zum Feind erklĂ€rt wurden, ein klares Signal der SolidaritĂ€t und des Schutzes durch den demokratischen Rechtsstaat." Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) nannte Voraussetzungen fĂŒr eine EindĂ€mmung der AfD. Darunter fallen fĂŒr ihn "eine Politik, die Sicherheit und Orientierung vermittelt", sowie das "ganz persönliche Bekenntnis von immer mehr Menschen zu unserer Demokratie gegenĂŒber anderen".

@ dts-nachrichtenagentur.de