Deutschland, Bayern

Bundesfinanzhof: Erste Grundsteuer-Entscheidung im Dezember

12.11.2025 - 13:18:54

In der Einkommensteuererklärung muss jeder Bürger seinen Verdienst auf den Euro genau angeben. Die Finanzämter dagegen dürfen bei der Grundsteuer pi mal Daumen rechnen. Ist das verfassungswidrig?

Nach jahrelangem Streit um die Grundsteuer-Reform will der Bundesfinanzhof am 10. Dezember eine erste Entscheidung treffen. Bei der mündlichen Verhandlung vor dem höchsten deutschen Finanzgericht kritisierte der Rechtswissenschaftler Gregor Kirchhoff die seit diesem Jahr geltende Neuregelung von Grund auf: So verstößt das Gesetz nach Einschätzung des Augsburger Professors gegen den Gleichheitsgrundsatz, weil die Finanzämter die Grundsteuer aufgrund geschätzter Durchschnittswerte für Nettokaltmieten und Bodenwert festsetzen dürfen. Auch der Eigentümerverband Haus und Grund sowie der Bund der Steuerzahler beklagen, dass die Reform neue Ungleichheiten geschaffen habe.

Das Finanzamt Köln-Süd - die im konkreten Einzelfall von einem Kölner Ehepaar verklagte Behörde - wies die Vorwürfe zurück, ebenso das Bundesfinanzministerium. Der II. Senat des Bundesfinanzhofs ließ keine Tendenz erkennen: «Wir werden es nicht allen Recht machen können», sagte die Vorsitzende Richterin Francesca Werth lediglich.

Sind die pauschalen Schätzwerte zu ungenau?

Insgesamt standen am Mittwoch drei ähnlich gelagerte Fälle auf der Tagesordnung: Neben dem Kölner Verfahren noch eines aus Sachsen und eines aus Berlin. Alle drei Verfahren betreffen das sogenannte «BundesmodelI», das in elf Bundesländern gilt. Im Bundesmodell sind maßgeblich der Bodenrichtwert und die Nettokaltmiete - beides auf Basis pauschaler Werte. Außerdem fließen unter anderem Größe und Art des Grundstücks ein sowie das Alter des Gebäudes. 

Die Finanzämter setzen die Miet-Schätzwerte nach Kirchhoffs Worten häufig zu hoch an: «Die pauschalen Kaltmieten sind am Markt oft gar nicht zu erreichen.» 

Kläger verloren in der ersten Instanz

In allen drei Fällen hatten die Kläger in der ersten Instanz verloren. Das Grundsteuer-Gesetz betrifft quasi die gesamte Bevölkerung: Zwar müssen nur Eigentümer die Steuer selbst zahlen. Doch können Vermieter die Kosten auf ihre Mieter umlegen. Ist die Grundsteuer bei Mietwohnungen unangemessen hoch, zahlen das letztlich die Mieter. Nach Kirchhoffs Worten haben bundesweit 2,8 Millionen Eigentümer Einspruch gegen die Grundsteuerwertbescheide ihrer jeweiligen Finanzämter eingelegt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

6:0, 5:1 - und im Pokal? Bayern kontra Leipzig zum Dritten. Der Rekord-Pokalsieger will endlich wieder nach Berlin. Harry Kane macht eine Ansage. Wird die Anfahrt zur Allianz Arena zum größten Problem des FC Bayern im Viertelfinale gegen RB Leipzig? Egal. (Politik, 10.02.2026 - 12:52) weiterlesen...

Nachfrage nach Bioprodukten boomt - Anbau kommt nicht nach. Aber zu wenige Landwirte in Deutschland bauen nachhaltig an. Besserer Geschmack, weniger Schadstoffe: Die Nachfrage nach Bioprodukten boomt trotz höherer Preise. (Wirtschaft, 10.02.2026 - 11:30) weiterlesen...

Eberl: Verhandlungen mit Kane haben noch nicht begonnen. Sportvorstand Max Eberl zeigt den Stand auf. Neue Interessenten kommentiert er nicht. Verlängert Torjäger Harry Kane seinen bis 2027 laufenden Bayern-Vertrag? Darüber wird schon eifrig spekuliert. (Politik, 10.02.2026 - 11:28) weiterlesen...

Streik: Kompany muss früher los und will die Fans belohnen. Das gilt nicht nur für die Zuschauer. Auch die Teams müssen ihren Zeitplan anpassen. Das Viertelfinalspiel des FC Bayern gegen RB Leipzig wird von einem Streik im Nahverkehr beeinträchtigt. (Politik, 10.02.2026 - 10:53) weiterlesen...

Dritter Anlauf zur Entwicklung eines E-Flugzeugs. Ein drittes Jungunternehmen entwickelt einen fliegenden Krankenwagen. Zwei deutsche Flugzeug-Start-ups sind bereits an der Entwicklung von E-Senkrechtstartern finanziell gescheitert. (Wirtschaft, 10.02.2026 - 10:20) weiterlesen...

Jobabbau nach besseren Zahlen bei ams Osram. Zumindest ein Teil davon ist allerdings schon bekannt. Rund 2.000 Stellen sollen weltweit eingespart werden, ein großer Teil in Bayern und Baden-Württemberg. (Wirtschaft, 10.02.2026 - 09:04) weiterlesen...