EU-Kommission, Verbot

EU-Kommission: Verbot fĂŒr sĂ€mtliche russischen Gasimporte

06.05.2025 - 15:50:27 | dpa.de

In der EU gelten weitgehende Einfuhrverbote fĂŒr russische EnergietrĂ€ger wie Kohle und Öl. Moskaus Gas kommt aber weiter nach Europa. Nach Willen der EU-Kommission aber nicht mehr lange.

  • Wie genau die Kommission die Importe verbieten will, teilte sie zunĂ€chst nicht mit. (Archivfoto) - Foto: Uncredited/AP/dpa
    Wie genau die Kommission die Importe verbieten will, teilte sie zunÀchst nicht mit. (Archivfoto) - Foto: Uncredited/AP/dpa
  • Eine PrioritĂ€t der EU ist es, von fossilen Energien aus Russland unabhĂ€ngig zu werden. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
    Eine PrioritÀt der EU ist es, von fossilen Energien aus Russland unabhÀngig zu werden. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
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Die EU-Kommission will die Einfuhr von russischem Gas in die EuropĂ€ische Union bis Ende 2027 vollstĂ€ndig verbieten. Im Juni sollen den Mitgliedsstaaten dafĂŒr konkrete Maßnahmen vorgelegt werden, wie aus einem in Straßburg vorgestellten Plan der Behörde fĂŒr das Ende russischer Energieimporte hervorgeht. 2024 machten Gaslieferungen aus Russland Angaben der EU-Kommission zufolge knapp 19 Prozent aller Importe aus.

Sollten die EinfuhrbeschrĂ€nkungen wie von der Kommission vorgeschlagen kommen, könnte auch das bundeseigene deutsche Energieunternehmen Sefe betroffen sein. Auf Basis eines bestehenden, langfristigen Vertrags importiert es weiter FlĂŒssigerdgas aus Russland in die EU. Das Unternehmen Sefe hieß frĂŒher Gazprom Germania, war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom und wurde als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Energiekrise verstaatlicht.

Wie genau die Kommission die Importe verbieten will, teilte sie zunĂ€chst nicht mit. Denkbar wĂ€re zum Beispiel, dass sie Möglichkeiten des EU-Handelsrechts nutzt. Ein Importverbot ĂŒber Sanktionen gilt als unwahrscheinlich, weil dies eine einstimmige Entscheidung der EU-Staaten erfordern wĂŒrde und insbesondere Ungarn einen solchen Schritt bis zuletzt ablehnte.

Verbraucher brauchen sich nach Angaben der Kommission keine großen Sorgen zu machen. Die Behörde will dafĂŒr sorgen, dass die Maßnahmen fĂŒr den Stopp russischer Energieeinfuhren so umgesetzt werden, dass es nur minimale Auswirkungen auf die Preise gibt und keine VersorgungsengpĂ€sse entstehen.

Kommission will sÀmtliche VertrÀge verbieten

Die Kommission will die Einfuhr russischen Gases schrittweise verbieten. DafĂŒr soll zum einen zunĂ€chst untersagt werden, neue LiefervertrĂ€ge fĂŒr russisches Gas abzuschließen und mittels bestehender VertrĂ€ge auf dem Spotmarkt zu beziehen. Der Spotmarkt ist der Handelsplatz fĂŒr kurzfristig lieferbaren Strom. Das Verbot soll den Angaben nach spĂ€testens bis Ende des Jahres in Kraft treten.

DarĂŒber hinaus will die Kommission auch die Einfuhr von Gas aus Russland ĂŒber bestehende langfristige LiefervertrĂ€ge verbieten. Diese Importe mĂŒssten aufgrund der grĂ¶ĂŸeren Mengen schrittweise eingestellt werden, hieß es von der Kommission. Ein solches Verbot solle demnach spĂ€testens Ende 2027 in Kraft treten. Die Kommission will dabei die betroffenen Mitgliedstaaten einbeziehen und sicherstellen, «dass die VorschlĂ€ge auf einer angemessenen Bewertung der rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen beruhen, um den Unternehmen die notwendige Sicherheit zu geben», wie sie mitteilte.

Angaben der EU-Kommission zufolge basieren etwa zwei Drittel der russischen LNG- und Pipeline-Gasimporteauf bestehenden langfristigen VertrÀgen. Der Rest wird auf kurzfristiger Spot-Basis geliefert.

Bislang keine Sanktionen gegen Gas

Hintergrund der Planungen ist insbesondere der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. In Folge erließ die EU weitgehende Einfuhrverbote fĂŒr russische EnergietrĂ€ger wie Kohle und Öl. Gas-Sanktionen gab es wegen AbhĂ€ngigkeiten bislang aber nicht. Als FlĂŒssigerdgas (LNG) und via der Pipeline Turkstream kommt derzeit weiter Gas in die Staatengemeinschaft.

«Heute sendet die EuropĂ€ische Union eine sehr klare Botschaft an Russland», sagte EU-Energiekommissar Dan Jorgensen. «Wir werden nicht lĂ€nger zulassen, dass Russland Energie gegen uns als Waffe einsetzt. Wir werden nicht lĂ€nger zulassen, dass unsere Mitgliedstaaten erpresst werden. Wir werden nicht lĂ€nger indirekt dazu beitragen, die Kriegskasse des Kremls zu fĂŒllen.»

Deutsches Unternehmen hat wichtige Rolle

Das deutsche Unternehmen Sefe (Securing Energy for Europe GmbH) hat bei der Einfuhr von LNG in die EU eine wichtige Rolle. Einem Bericht von Anfang des Jahres zufolge importierte Sefe im vergangenen Jahr mehr als sechsmal so viel LNG in die EuropĂ€ische Union wie noch 2023. Grundlage dafĂŒr sind Daten des Rohstoffanalyseunternehmens Kpler. Demnach kamen 5,66 Milliarden Kubikmeter von Sefe aus Russland importiertes FlĂŒssigerdgas im französischen DĂŒnkirchen am Ärmelkanal an.

Von Sefe heißt es, es gebe derzeit keine rechtliche Grundlage fĂŒr die KĂŒndigung oder Aussetzung eines bestehenden Altvertrags zwischen einem russischen Lieferanten und dem Unternehmen, da Europa keine Sanktionen gegen den Import von russischem LNG nach Europa verhĂ€ngt habe. Selbst wenn Sefe das Gas nicht abnĂ€hme, mĂŒssten die vereinbarten Mengen bezahlt werden. Die Nichtabnahme wĂŒrde dem Lieferanten ermöglichen, diese Mengen erneut zu verkaufen, was die russische Wirtschaft unterstĂŒtzen wĂŒrde, hieß es.

Kommission will auch Ende fĂŒr russisches Uran und Öl

Auch russisches Öl und Uran kommt weiter in die EU. Im Bereich der Kernenergie will die Kommission VorschlĂ€ge fĂŒr Maßnahmen gegen russische Einfuhren von angereichertem Uran vorlegen. Zudem sind auch BeschrĂ€nkungen fĂŒr neue, von der Euratom-Versorgungsagentur (ESA) mitunterzeichnete LiefervertrĂ€ge fĂŒr Uran, angereichertes Uran und andere Kernmaterialien aus Russland in Planung. In Bezug auf Öl schließlich sieht der Fahrplan neue Maßnahmen vor, um gegen die Schattenflotte vorzugehen, mit der Russland Sanktionen und eine Preisobergrenze umgeht.

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