Plan, BrĂŒssel

Plan aus BrĂŒssel: EU-LĂ€nder sollen Ukraine Waffen zusagen

18.02.2025 - 16:38:13

In der EU laufen Planungen fĂŒr zusĂ€tzliche Waffen- und Munitionslieferungen an die von Russland angegriffene Ukraine.

Nach einem Vorschlag des AuswĂ€rtigen Dienstes in BrĂŒssel sollten sich die Mitgliedstaaten verpflichten, in diesem Jahr mindestens 1,5 Millionen Artilleriegeschosse zu liefern. Zudem werden Zusagen fĂŒr Luftverteidigungssysteme, Drohnen, AusrĂŒstungs- und Ausbildungsprogramme fĂŒr ukrainische Brigaden sowie Marschflugkörper fĂŒr gezielte Angriffe auf MilitĂ€rstandorte in Russland erwartet.

"Diese Initiative zielt darauf ab, die Anstrengungen der EU und der Mitgliedstaaten zu beschleunigen und zu bĂŒndeln, um die dringendsten kurzfristigen BedĂŒrfnisse der Ukraine zu erfĂŒllen", heißt es in einem an die Mitgliedstaaten versandten Dokument, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Lasten sollen gerecht verteilt werden

Um die UnterstĂŒtzungsziele zu erreichen, sollte es nach Vorstellung des AuswĂ€rtigen Dienstes auch eine gezielte Förderung und Zusammenarbeit mit der ukrainischen Verteidigungsindustrie geben. Um eine gerechte Lastenverteilung innerhalb der EU zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, je nach Wirtschaftsleistung fĂŒr jeden Staat einen Betrag festzulegen, der dann durch konkrete Waffen- und Munitionslieferungen oder durch GeldbeitrĂ€ge geleistet werden könnte. Über die EU sollen rund 880 Millionen Euro an ZinsertrĂ€gen aus der Verwahrung eingefrorener russischer Vermögenswerte beigesteuert werden. Zudem ist vorgesehen, auch EU-PartnerlĂ€nder einzuladen, sich an der Initiative zu beteiligen.

Was fĂŒr einen Gesamtumfang sie haben soll, wurde in dem Dokument zunĂ€chst nicht beziffert. Deutschland mĂŒsste auf jeden Fall als grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft auch die meiste UnterstĂŒtzung leisten - vermutlich rund ein Viertel der benötigten Mittel.

Nach Vorstellung des AuswĂ€rtigen Dienstes soll es im Idealfall bereits an diesem Montag bei einem EU-Außenministertreffen in BrĂŒssel eine Grundsatzeinigung auf den Plan geben. Völlig unklar ist bislang allerdings, ob LĂ€nder wie Ungarn zustimmen. Das liegt vor allem darum, dass die UnterstĂŒtzungszusagen offensichtlich unabhĂ€ngig vom Verlauf der von den USA gewĂŒnschten Verhandlungen ĂŒber ein Ende des russischen Angriffskrieges gemacht werden sollen. Ungarns MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn will wie Trump möglichst schnell einen Waffenstillstand - auch wenn die Ukraine dafĂŒr vorerst auf einen Nato-Beitritt und Teile ihres Staatsgebietes verzichten mĂŒsste.

@ dpa.de