Entlassene, Bildungs-StaatssekretÀrin

Entlassene Bildungs-StaatssekretÀrin zieht vor Gericht

05.07.2024 - 16:29:13

In der sogenannten Fördergeld-AffĂ€re hat sich Bildungsministerin Stark-Watzinger von einer StaatssekretĂ€rin getrennt. Die will sich nun selbst zu Wort melden und zieht dafĂŒr vor Gericht.

Die von Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) in den einstweiligen Ruhestand geschickte StaatssekretĂ€rin Sabine Döring geht juristisch gegen das Ministerium vor. Mit einem sogenannten Eilantrag will sie vor dem Berliner Verwaltungsgericht durchsetzen, dass sie sich in der sogenannten Fördergeld-AffĂ€re öffentlich Ă€ußern darf. Der Eilantrag sei am Donnerstagabend eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Zuvor hatte die «Tagesschau» berichtet.

Döring will Aussagegenehmigung

Döring wolle per Gericht eine Aussagegenehmigung erreichen und wende sich gegen die öffentliche Darstellung, nach der sie den fraglichen PrĂŒfauftrag erteilt habe, so die Sprecherin. Mit einer Entscheidung sei nicht in KĂŒrze zu rechnen. Das Bundesbildungsministerium, ihr ehemaliger Dienstherr, genehmige Döring keine öffentliche Äußerung, heißt es in dem «Tagesschau»-Bericht. Das Ministerium Ă€ußerte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht. 

Langer Streit um Umgang mit Protestbrief

Hintergrund ist der Umgang des Ministeriums mit einem offenen Brief von Hochschullehrern zum Nahost-Konflikt. Die Dozenten hatten im Mai die RÀumung eines Camps propalÀstinensischer Demonstranten an der Freien UniversitÀt Berlin kritisiert. Dies hatte wiederum Kritik von Stark-Watzinger ausgelöst. Ihrer Ansicht nach wird in dem Brief «der Terror der Hamas ausgeblendet».

SpĂ€ter waren E-Mails bekanntgeworden, aus denen hervorging, dass jemand an hoher Stelle im Ministerium um PrĂŒfung gebeten hatte, inwieweit Aussagen im Protestbrief der Berliner Hochschullehrer strafrechtlich relevant sind und ob das Ministerium als Konsequenz Fördermittel streichen könnte. Das Vorgehen löste Proteste aus. Stark-Watzinger trennte sich daraufhin von StaatssekretĂ€rin Döring und erklĂ€rte, die fĂŒr die Hochschulabteilung fachlich zustĂ€ndige StaatssekretĂ€rin habe den zugrundeliegenden PrĂŒfauftrag veranlasst.

SpĂ€ter hieß es vom Ministerium: Döring habe telefonisch eine juristische PrĂŒfung des Protestbriefs beauftragt. Dieser Auftrag sei von der Fachebene des Ministeriums so verstanden worden, dass sowohl eine rechtliche PrĂŒfung als auch eine PrĂŒfung möglicher förderrechtlicher Konsequenzen durchgefĂŒhrt werden sollte. Döring habe erklĂ€rt, dass die PrĂŒfung möglicher förderrechtlicher Konsequenzen von ihr nicht beabsichtigt gewesen sei. 

@ dpa.de