Energiepolitik: Union stellt Vorrang der Erneuerbaren infrage
01.12.2025 - 16:48:06"Die Grundlage fĂŒr ein effektives gemeinsames Handeln ist ein klares Bekenntnis zur Technologie-NeutralitĂ€t. Nur wenn wir alle verfĂŒgbaren Technologien gleichermaĂen anerkennen und einsetzen - von erneuerbaren Energien ĂŒber Kernkraft bis hin zu Speicher- und Netztechnologien - lassen sich Synergien optimal nutzen", heiĂt es im Papier. Dies verhindere "ideologische oder einseitige PrĂ€ferenzen, die Investitionen behindern oder Innovationen verzögern können". Dabei wird unter den Mitgliedern des "Weimarer Dreiecks" eine Aufgabenteilung benannt: Deutschland, Frankreich und Polen verfolgten in ihrer nationalen Energiepolitik gleiche Grundanliegen: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit, doch wĂŒrden diese Ziele auf unterschiedlichen Wegen umgesetzt. "Genau hierin liegt ein strategischer Vorteil. Deutschlands StĂ€rke beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur, Frankreichs Erfahrung mit langfristiger Planung im Bereich der Kernenergie und Polens Transformationsdynamik mit einem starken Fokus auf Sicherheit und UnabhĂ€ngigkeit ergĂ€nzen sich wechselseitig", heiĂt es. Schon jetzt unterstĂŒtzen sich die EU-Staaten gegenseitig, wenn es zu StromengpĂ€ssen kommt, weil etwa Windkraft und Fotovoltaik in Deutschland nicht genĂŒgend Strom produzieren, oder wenn Frankreich Atommeiler zeitweise abschalten muss, weil nicht genĂŒgend KĂŒhlwasser vorhanden ist. Die Unionsfraktionschefs halten deshalb eine stĂ€rkere Kooperation fĂŒr sinnvoll und formulieren eine gröĂere FĂŒhrungsrolle des Weimarer Dreiecks. "Als Fraktionsvorsitzendenkonferenz wollen wir diesem Format neuen Schwung geben", so der FVK-Vorsitzende Manuel Hagel, CDU-Fraktionschef im Landtag von Baden-WĂŒrttemberg und Spitzenkandidat fĂŒr die Landtagswahl im MĂ€rz 2026. "Unsere Aufgabe ist es, aus dieser besonderen Partnerschaft eine echte Handlungsgemeinschaft zu formen - fĂŒr ein Europa, das seine Zukunft selbst gestaltet." Hagel versteht das Format als Treiber europĂ€ischer Energiepolitik. "Die Energieversorgung entscheidet darĂŒber, welche Rolle Europa in der globalen Ordnung spielen wird. Wer Energie beherrscht, beherrscht Wertschöpfung - und wer Wertschöpfung beherrscht, bestimmt die Zukunft", so Hagel. Deshalb habe man die gemeinsame ErklĂ€rung zur europĂ€ischen Energiepolitik verabschiedet. "Im Weimarer Dreieck wollen wir nicht lĂ€nger nur koordinieren, sondern handeln." Das Papier nimmt auch Bezug zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Dadurch sei deutlich geworden, "dass Energie weit mehr ist als eine wirtschaftliche Ressource - sie ist ein zentrales Element nationaler Sicherheit." Schutz und Resilienz kritischer Energieanlagen seien daher "unverzichtbar", um die FunktionsfĂ€higkeit des Staates, die Versorgung der Bevölkerung und die StabilitĂ€t der Wirtschaft zu gewĂ€hrleisten. "Gerade aus dieser sicherheitspolitischen Dimension heraus entsteht ein neuer Antrieb, unsere Anstrengungen enger zu bĂŒndeln. Dazu wollen wir einen regelmĂ€Ăigen trilateralen Energie-Dialog im Rahmen des Weimarer Dreiecks aufbauen, um uns ĂŒber Versorgungssicherheit, Netzausbau und Speichertechnologien auszutauschen", erklĂ€ren die Fraktionschefs der Union. Man strebe "die Entwicklung eines gemeinsamen VerstĂ€ndnisses europĂ€ischer EnergiesouverĂ€nitĂ€t an". Es bestĂŒnden EU-Rahmenvorschriften zur Krisenvorsorge im ElektrizitĂ€tssektor, die sich, so die FVK, bewĂ€hrt hĂ€tten. Doch das Weimarer Dreieck könne "diese Mechanismen rein ergĂ€nzend und operativ-pragmatisch unterstĂŒtzen: durch frĂŒhe, informelle Abstimmungen zu gemeinsamen Strom-, Gas- und WĂ€rmeszenarien, abgestimmte EinsatzplĂ€ne bei EngpĂ€ssen sowie kompatible Kommunikations- und Alarmketten - auf der Basis bestehender Prozesse, ohne neue Gremien, Verfahren oder Berichtspflichten". Letztlich wĂŒrde ein koordiniertes Vorgehen das Gewicht Deutschlands, Frankreichs und Polens innerhalb der EU erhöhen. "Entscheidungen können durch vorab abgestimmtes Verhalten stĂ€rker beeinflusst werden und es können ĂŒber die Beziehungen der drei LĂ€nder insgesamt mehr EU-Staaten fĂŒr eine gemeinsame europĂ€ische Energiepolitik gewonnen werden", heiĂt es in dem Papier. Dies hĂ€tte, so Hagel, noch einen gröĂeren Effekt: "In einer Welt der groĂen MĂ€chte von den USA bis China gilt: Europa kommt nur voran, wenn wir gemeinsame Interessen formulieren - und sie gemeinsam durchsetzen."


