Gesellschaft, Immer

Immer mehr Senioren brauchen zusÀtzliche Hilfe vom Sozialamt

16.07.2023 - 01:04:49 | dts-nachrichtenagentur.de

In Deutschland sind immer mehr Menschen im Rentenalter auf Hilfe vom Sozialamt angewiesen.

Seniorin im Rollstuhl - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur

Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben) unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamtes. Demnach erhielten zum Ende des ersten Quartals 684.000 Personen Grundsicherung im Alter und damit so viele wie nie zuvor.

GegenĂŒber Dezember entsprach das einem Anstieg um rund 25.000 Personen. Auf Jahressicht gesehen nahm die Zahl der FĂ€lle sogar um rund 90.000 zu, das ist ein Anstieg um 15 Prozent. Frauen sind besonders hĂ€ufig von Altersarmut betroffen: Zuletzt waren sechs von zehn Beziehern der Grundsicherung im Alter weiblich. Die Hilfe können Menschen im Rentenalter beantragen, deren EinkĂŒnfte nicht ausreichen, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Regelsatz entspricht dem der Grundsicherung. Seit dem vergangenen Jahr können auch ukrainische FlĂŒchtlinge im Rentenalter einen Antrag stellen. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Dietmar Bartsch, sagte den Funke-Zeitungen: "Jedes Quartal kommen Menschen in der GrĂ¶ĂŸenordnung einer Kreisstadt bei der Altersarmut dazu. Die Zahlen sind alarmierend und auch Ergebnis der verheerenden Politik der letzten Jahre. Inflation und Krieg treiben die Zahlen besonders an." Neben Ukraine-FlĂŒchtlingen seien es vor allem die Rentner hierzulande, die die steigenden Preise nicht mehr bezahlen könnten und in Altersarmut rutschen. Die Dunkelziffer sei deutlich höher, viele Betroffene gingen aus Scham nicht zum Sozialamt. Bartsch ergĂ€nzte: "Wir brauchen eine konsequente Anti-Inflationspolitik in Deutschland: Preissenkungen und lĂŒckenlose Preiskontrollen vor allem bei Lebensmitteln und Energie. Die Rente braucht eine GeneralĂŒberholung: einmalige Rentenerhöhung von zehn Prozent als Inflationsausgleich statt einer InflationsprĂ€mie fĂŒr Minister und StaatssekretĂ€re, ein Rentenniveau von 53 Prozent und eine Mindestrente von 1.200 Euro als Schutzschirm gegen Altersarmut."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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