DFB-Pokal, VfB Stuttgart

Titelverteidiger VfB nach dramatischem Sieg im Pokal-Finale

23.04.2026 - 23:29:03 | dpa.de

In einem packenden Halbfinale gegen den SC Freiburg löst der VfB Stuttgart wie im Vorjahr das Ticket fĂŒr das Pokal-Endspiel. Dort sind die Schwaben aber Außenseiter.

  • Deniz Undav entfachte mit dem Ausgleich Euphorie beim Stuttgarter Publikum. - Foto: Tom Weller/dpa
    Deniz Undav entfachte mit dem Ausgleich Euphorie beim Stuttgarter Publikum. - Foto: Tom Weller/dpa
  • Nach einer Ecke fiel das 1:0 der Freiburger - von Maximilian Eggestein (r). - Foto: Tom Weller/dpa
    Nach einer Ecke fiel das 1:0 der Freiburger - von Maximilian Eggestein (r). - Foto: Tom Weller/dpa
  • Die Stuttgarter konnten mit der ersten HĂ€lfte nicht zufrieden sein. - Foto: Tom Weller/dpa
    Die Stuttgarter konnten mit der ersten HĂ€lfte nicht zufrieden sein. - Foto: Tom Weller/dpa
  • Pyrotechnik verzögerte den Anpfiff um wenige Minuten. - Foto: Tom Weller/dpa
    Pyrotechnik verzögerte den Anpfiff um wenige Minuten. - Foto: Tom Weller/dpa
Deniz Undav entfachte mit dem Ausgleich Euphorie beim Stuttgarter Publikum. - Foto: Tom Weller/dpa Nach einer Ecke fiel das 1:0 der Freiburger - von Maximilian Eggestein (r). - Foto: Tom Weller/dpa Die Stuttgarter konnten mit der ersten HÀlfte nicht zufrieden sein. - Foto: Tom Weller/dpa Pyrotechnik verzögerte den Anpfiff um wenige Minuten. - Foto: Tom Weller/dpa

Der VfB Stuttgart fĂ€hrt nach einem dramatischen Pokal-Krimi wieder nach Berlin. Mit einem packenden 2:1 (1:1, 0:1) nach VerlĂ€ngerung gegen den SC Freiburg zog der favorisierte Titelverteidiger erneut ins Endspiel des DFB-Pokals ein und fordert am 23. Mai den ĂŒbermĂ€chtig wirkenden FC Bayern heraus. In einem ebenso stimmungsvollen wie umkĂ€mpften Halbfinale gegen den Landesrivalen fĂŒhrten Deniz Undav (70. Minute) und Tiago Tomas (119.) den VfB vor 60.000 Zuschauern zum Sieg.

Damit drehte der VfB nach dem 0:1 von Maximilian Eggestein (28.) die Partie. Unmittelbar vor dem Ausgleich von Undav hatte Yuito Suzuki das 2:0 fĂŒr die Badener auf dem Fuß - nur 19 Sekunden lagen zwischen der riesigen Chance der Freiburger und dem erfolgreichen Konter der Schwaben, die kurz vor dem Ende der VerlĂ€ngerung entscheidend jubeln durften. 

«Ich bin super happy. Dass das Tor in der 119. Minute fĂ€llt, ist krass. Ich muss meine Mannschaft loben. Wir haben einen verdienten Erfolg erzielt», resĂŒmierte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach aufregenden 120 Minuten in der ARD und rĂ€umte ein: «Ich bin froh, dass es nicht ins Elfmeterschießen ging.»

FĂŒr Freiburg auch nach dem Ausscheiden noch Titel möglich

Im vergangenen Jahr hatten die Stuttgarter gegen Außenseiter Arminia Bielefeld den ersten Pokal-Triumph seit 28 Jahren gefeiert. Nun schreibt Hoeneß gleich das nĂ€chste Pokal-Erfolgskapitel mit dem VfB. Dass der Verein zweimal nacheinander im Finale steht, hat es in der Club-Historie noch nie gegeben. Ins Endspiel geht der VfB diesmal aber als Außenseiter. Der FC Bayern hatte in seinem Halbfinale am Mittwochabend mit einem 2:0 in Leverkusen vorgelegt - und wirkt national fast unantastbar. 

FĂŒr den SC, der sein zweites Pokal-Finale nach 2022 verpasste, ist in einer bemerkenswerten Saison trotz des DFB-Pokal-Ausscheidens noch ein Meilenstein und der erste große Titel der Vereinshistorie drin: In den zwei Halbfinal-Duellen der Europa League mit Sporting Braga am 30. April und 7. Mai ist das Erreichen des Endspiels keinesfalls unmöglich. 

«Die Niederlage tut weh. Nach solch einem Spiel ist das extrem schade», sagte SC-TorschĂŒtze Eggestein. «Aber wir haben ja noch ein Halbfinale.» Und Torwart Florian MĂŒller rĂ€umte ein: «Es ist brutal bitter.»

Hektischer Auftakt

Nachdem die Fanlager die Teams eingestimmt hatten, verzögerte Rauch von der rot leuchtenden Pyrotechnik auf VfB-Seite den Anpfiff um wenige Minuten. Auf dem Rasen begann die Partie hitzig. Nach einer guten Viertelstunde hatten sich vier Spieler - je zwei auf jeder Seite - Gelbe Karten abgeholt.

«Wir mĂŒssen zeigen, dass wir nach Berlin wollen. Wir wollen mutig und offensiv sein», hatte Hoeneß vor dem Anpfiff bei Sky gefordert. Doch vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann tat sich die VfB-Offensive um NationalstĂŒrmer Undav gegen die aufmerksame Freiburger Defensive zunĂ€chst schwer.

Freiburg beweist seine StandardstÀrke

Freiburg tauchte als Erstes gefĂ€hrlich vor dem Tor auf - und forderte sogleich Elfmeter. Mittelfeldakteur Eggestein kam beim Kontakt von Angelo Stiller ins Straucheln, fĂŒr Schiedsrichter Tobias Welz war das fĂŒr einen Pfiff zu wenig. 

Ausgangspunkt des 1:0 zehn Minuten spĂ€ter war eine Ecke, die die VfB-Defensive zentral klĂ€rte. Freiburgs Matthias Ginter bediente per Kopf Eggestein, der den Ball an VfB-TorhĂŒter Alexander NĂŒbel vorbei spitzelte.

Der VfB hatte bis dato keine Torchance. Erst in den Minuten vor der Pause zeigte der Gastgeber vielversprechende Offensivaktionen, doch Ermedin Demirovic, Jamie Leweling und Undav vergaben.

Stuttgarter dominant nach dem Seitenwechsel

Anders als in der teils zerfahrenen ersten HĂ€lfte gewann das Baden-WĂŒrttemberg-Duell nach dem Seitenwechsel immer mehr an Schwung. Angetrieben von ihren Fans drĂ€ngten die Stuttgarter auf den Ausgleich, belohnten sich aber lange nicht. Als Stiller dann doch traf, fand der Treffer keine Anerkennung. Demirovic stand zuvor im Abseits. 

Erst Undav ließ die Fans mit seinem Flachschuss ins linke Eck jubeln. Angesichts eines Chancenplus und zwei Pfostentreffern war der VfB nĂ€her dran am Sieg, doch Freiburgs Ersatz- und Pokal-TorhĂŒter MĂŒller parierte mehrmals glĂ€nzend. Ein Freiburger Treffer von Lucas Höler zu Beginn der VerlĂ€ngerung zĂ€hlte nicht. Als es schon auf ein Elfmeterschießen hinauslief, entschied Tomas mit einer starken Aktion die Partie.

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