20-JĂ€hriger nach Anschlagsdrohung im ICE in U-Haft
03.04.2026 - 17:16:17 | dpa.deSchock im abendlichen Reiseverkehr: In einem ICE in Nordrhein-Westfalen droht ein junger Mann laut Polizei mit einem Anschlag und zĂŒndet zwei Sprengvorrichtungen. Mindestens zwölf Menschen werden bei dem Vorfall am Donnerstag, kurz vor dem langen Osterwochenende, leicht verletzt. Das Motiv dafĂŒr ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in DĂŒsseldorf am Tag danach noch unklar. Bei der Bewertung der Tat beziehen die Ermittler verschiedene HintergrĂŒnde mit ein.
Einerseits gibt es laut einer Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch «dem rechten Spektrum zuzuordnen» sei. Andererseits gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Der genaue Hergang mĂŒsse noch ermittelt werden.
Ein Ermittlungsrichter erlieĂ am Freitagnachmittag in Aachen Haftbefehl gegen den 20-JĂ€hrigen. Er komme in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Haftbefehl laute unter anderem auf den Verdacht des versuchten Mordes, der gefĂ€hrlichen Körperverletzung und der VerstöĂe gegen das Sprengstoffgesetz.
Festnahme am Bahnhof
Bundespolizisten hatten den jungen Mann aus Aachen am Abend am Siegburger Bahnhof festgenommen. Er soll in dem ICE von Aachen nach Frankfurt zunĂ€chst die entzĂŒndeten GegenstĂ€nde geworfen und sich dann auf die Zugtoilette zurĂŒckgezogen haben. Andere FahrgĂ€ste setzten ihn dort fest, bis die EinsatzkrĂ€fte hinzukamen. Der Zug wurde gerĂ€umt.
In einer Mitteilung der Polizei hieĂ es, dass ein Mensch vermutlich ein Knalltrauma erlitten habe. Er wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit spĂ€ter aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach in der Nacht auch von «leichten, oberflĂ€chlichen Hautverletzungen» bei Betroffenen. Die meisten der rund 180 FahrgĂ€ste kamen aber mit dem Schrecken davon.Â
GezĂŒndete GegenstĂ€nde werden untersucht
Die Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsschutz der Bonner Polizei ermitteln. Am Freitag hieĂ es, die Spuren vom Tatort sowie die gezĂŒndeten GegenstĂ€nde wĂŒrden weiter untersucht. Nach aktuellen Erkenntnissen handele es sich um Sprengvorrichtungen. Weitere Details dazu nannten die Ermittler auf Nachfrage zunĂ€chst nicht.Â
«Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche SchĂŒsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet», hatte eine Bahn-Sprecherin in der Nacht gesagt. SpĂ€ter stellte sich heraus, dass die entzĂŒndeten GegenstĂ€nde die KnallgerĂ€usche ausgelöst hatten. Die Polizei hatte dabei zunĂ€chst von Pyrotechnik gesprochen, die Bundespolizei von sogenannten Softair-Böllern.Â
Zwei Messer gefunden
Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Bei seiner Durchsuchung fanden die EinsatzkrĂ€fte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkĂ€ufliche Rauchkörper.Â
Viele der FahrgĂ€ste waren den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen am Abend mit Koffern auf dem Bahnsteig in Siegburg. Die Passagiere seien in einer nahegelegenen Turnhalle von der Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut worden, hieĂ es. Der Zug und das Bahngleis seien untersucht und spĂ€ter wieder freigegeben worden. Der Zugverkehr in der Region war vorĂŒbergehend eingeschrĂ€nkt.
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