Markus Söder, CSU

Söder attackiert auf Kundgebung Bundesregierung - Buh-Rufe

10.06.2023 - 16:48:25 | dpa.de

In Erding protestieren rund 13.000 Menschen gegen das Heizungsgesetz der Ampel. Auf der BĂŒhne spricht auch Bayerns MinisterprĂ€sident. Das gefĂ€llt nicht allen.

  • Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder spricht bei einer Demonstration gegen die Klima-Politik der Ampelregierung unter dem Motto „Stoppt die Heizungsideologie“. - Foto: Matthias Balk/dpa
    Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder spricht bei einer Demonstration gegen die Klima-Politik der Ampelregierung unter dem Motto „Stoppt die Heizungsideologie“. - Foto: Matthias Balk/dpa
  • In Erding haben rund 13.000 Menschen gegen das geplante Heizungsgesetz demonstriert. - Foto: Matthias Balk/dpa
    In Erding haben rund 13.000 Menschen gegen das geplante Heizungsgesetz demonstriert. - Foto: Matthias Balk/dpa
Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder spricht bei einer Demonstration gegen die Klima-Politik der Ampelregierung unter dem Motto „Stoppt die Heizungsideologie“. - Foto: Matthias Balk/dpa In Erding haben rund 13.000 Menschen gegen das geplante Heizungsgesetz demonstriert. - Foto: Matthias Balk/dpa

Rund 13.000 Menschen haben am Samstag in Erding bei MĂŒnchen gegen das von der Bundesregierung geplante Heizungsgesetz demonstriert. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) nutzte die Kundgebung als einer der Hauptredner zu Attacken auf die Ampel-Parteien - wurde allerdings zu Beginn seiner Rede selber ausgebuht, offenkundig unter anderem von AfD-AnhĂ€ngern.

«Die bĂŒrgerliche Mitte hat nichts mit AfD, hat nichts mit Anti-Demokraten zu tun», rief Söder diesen zu. Die Kabarettistin Monika Gruber, die die Kundgebung mit organisiert und offenbar maßgeblich fĂŒr den großen Zulauf gesorgt hatte, musste mehrfach um Ruhe bitten.

Man sage Ja zum Klimaschutz, «aber Nein zu diesem Heizungsgesetz», sagte Söder. Klimaschutz mĂŒsse gemeinsam mit den BĂŒrgern vorangetrieben werden und nicht gegen sie. Der CSU-Chef attackierte mehrfach insbesondere die GrĂŒnen, er wandte sich strikt gegen eine vermeintliche «zwanghafte Veganisierung» und «zwanghaftes Gendern».

Aiwanger fordert RĂŒcktritt der «Berliner Chaoten»

Söders Vize, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie WĂ€hler), trat ebenfalls auf, wurde aus dem Publikum aber nicht gestört. Er forderte den RĂŒcktritt der «Berliner Chaoten». «Jetzt ist der Punkt erreicht, wo endlich die schweigende große Mehrheit dieses Landes sich die Demokratie wieder zurĂŒckholen muss und denen in Berlin sagen: Ihr habt's wohl den Arsch offen da oben», rief er.

Die AfD hatte auch einen Redner schicken wollen, was ihr nach eigenen Angaben aber verwehrt wurde - nun lud sie parallel zu einer eigenen, kleinen Kundgebung in direkter NĂ€he.

GrĂŒne und SPD kritisierten Söders Teilnahme an Grubers Kundgebung scharf. Die GrĂŒnen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang schrieb auf Twitter: «Erding zeigt heute auf den Punkt, warum die Strategie, den Rechten nach dem Mund zu reden, nicht funktioniert. Wenn BĂŒrgerliche den rechten Kulturkampf bedienen, verlieren sie. Und es gewinnt das Original.» Bayerns SPD-Landeschef Florian von Brunn warf Söder vor, sich mit Klimaschutz-Querdenkern gemein zu machen.

Die Bundesregierung will mit dem GebĂ€udeenergiegesetz schon nĂ€chstes Jahr endgĂŒltig den Abschied von Öl- und Gasheizungen einlĂ€uten. Nach dem Gesetzentwurf der Ampel soll von 2024 an möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Staatliche Förderung soll den Umstieg sozial abfedern, außerdem soll es Übergangsfristen und HĂ€rtefallregelungen geben.

Die FDP fordert aber noch grundsÀtzliche Nachbesserungen an dem vom Bundeskabinett bereits beschlossenen Gesetzentwurf. Kanzler Olaf Scholz (SPD) rechnet nach Worten des Regierungssprechers vom Freitag mit der Einbringung in den Bundestag in der kommenden Woche.

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