Deutschland, Migration

Deutlich weniger Menschen beantragen in Deutschland Asyl

03.07.2026 - 14:18:01 | dpa.de

In Europa kommen seit dem vergangenen Jahr weniger Asylsuchende an. Auch in Deutschland ist die Zahl derjenigen, die neu Schutz beantragen, im ersten Halbjahr gesunken.

Die Zahl der AsylerstantrÀge war im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
Die Zahl der AsylerstantrÀge war im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben viel weniger Menschen einen Asylantrag gestellt als im Vorjahreszeitraum. Nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium beantragten im ersten Halbjahr 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres nahm das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) 61.336 AsylerstantrĂ€ge entgegen. Das waren damals ungefĂ€hr halb so viele ErstantrĂ€ge wie im ersten Halbjahr 2024, als rund 121.000 AsylerstantrĂ€ge gestellt worden waren.

Am 12. Juni tritt die europĂ€ische Asylreform in Kraft. DarĂŒber war jahrelang verhandelt worden. Die EU-Staaten hatten sich in den vergangenen Monaten noch auf zusĂ€tzliche verschĂ€rfte Regeln geeinigt. Dazu zĂ€hlt etwa, dass EU-Staaten Menschen einfacher in Drittstaaten abschieben können, zu denen diese keinerlei Verbindung haben. 

ZurĂŒckweisung von Asylsuchenden seit Mai 2025

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach seinem Amtsantritt im April 2025 eine Intensivierung der Grenzkontrollen verfĂŒgt. Außerdem wies er die Bundespolizei an, auch Asylbewerber zurĂŒckzuweisen - mit Ausnahme von Kranken, Schwangeren und anderen Menschen, die besonderer Hilfe bedĂŒrfen. 

Laut Ministerium wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 14.270 Menschen an den deutschen Grenzen zurĂŒckgewiesen beziehungsweise zurĂŒckgeschoben. Den Angaben zufolge wurden im gleichen Zeitraum 494 mutmaßliche Schleuser festgenommen. Die Polizei stellte demnach zudem 4.074 Menschen fest, gegen die ein offener Haftbefehl vorlag.

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