BundeslÀnder, LSBTI-Personen

BundeslÀnder wollen verfolgte LSBTI-Personen aus Russland aufnehmen

08.12.2023 - 16:01:53

In mehreren BundeslÀndern gibt es PlÀne, Menschen aus Russland aufzunehmen, die dort wegen ihrer sexuellen IdentitÀt oder Orientierung verfolgt werden.

Ein Aufnahmeprogramm ist etwa in Bremen in Arbeit, wie der "Spiegel" berichtet. Vor Kurzem hat der oberste Gerichtshof in Russland die "internationale öffentliche LGBT-Bewegung" als "extremistische Organisation" eingestuft.

Eine Organisation mit dem Titel gab es zum Zeitpunkt der Anklage nicht. Strafbehörden könnten somit kĂŒnftig beispielsweise gegen Personen vorgehen, die sich fĂŒr queere Belange einsetzen. Es drohen mehrjĂ€hrige Haftstrafen. Aufnahmeprogramme der BundeslĂ€nder können sicherere Fluchtwege ermöglichen, etwa durch bezahlte Flugtickets. Ebenso könnte es Erleichterungen bei der Erteilung von Visa geben. In Bremen wird bereits an einer Vorlage gearbeitet. "Wir mĂŒssen angesichts der bereits stattfindenden Verhaftungen so schnell wie möglich agieren", sagte die Bremer Linkenabgeordnete Maja Tegeler dem Nachrichtenmagazin. Die Programme der LĂ€nder brĂ€uchten die Zustimmung des Bundesinnenministeriums. Der Berliner Linken-Politiker Klaus Lederer sagte, er erwarte vom Bund, "dass er diejenigen, die sich solidarisch zeigen, nicht im Regen stehen lĂ€sst". LSBTQIA oder Ă€hnliche Zusammensetzungen dienen als AbkĂŒrzung fĂŒr Lesben, Schwule, Bi- und Asexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen. HĂ€ufig wird durch ein Pluszeichen oder einen Asterisk deutlich gemacht, dass damit auch weitere Selbstbezeichnungen inkludiert sind. Im jĂ€hrlich erscheinenden Index "Rainbow Europe" stuft ILGA Europe Russland bislang bei acht Prozent ein, wobei der Organisation zufolge bei 100 Prozent die vollstĂ€ndige Gleichstellung von LSBTI erreicht wĂ€re. Deutschland kommt auf einen Wert von 55 Prozent.

@ dts-nachrichtenagentur.de