AnschlagsplÀne auf Weihnachtsmarkt - Ermittlungen laufen
14.12.2025 - 13:08:27Nach der Festnahme von fĂŒnf TerrorverdĂ€chtigen wegen eines mutmaĂlich geplanten Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern laufen die Ermittlungen weiter, viele Fragen sind weiter offen. Die Polizei sieht aber keinen Grund, ihre Sicherheitskonzepte zu verschĂ€rfen.Â
Welchen Weihnachtsmarkt sie im Visier gehabt haben sollen, wie konkret die AnschlagsplĂ€ne waren und wo die MĂ€nner festgenommen wurden, gab die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen zunĂ€chst nicht bekannt. Mitgeteilt wurde nur, dass ein islamistisches Motiv angenommen werde, die VerdĂ€chtigen es anscheinend auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing abgesehen hatten und die Tat wohl mit einem Fahrzeug verĂŒben werden sollte.
Einen konkreten Weihnachtsmarkt hatten die MÀnner womöglich noch nicht im Blick. Aus Sicherheitskreisen hieà es, man habe nach dem ersten Hinweis auf eine mögliche Anschlagsplanung genauer hingeschaut und dann rasch gehandelt, um kein Risiko einzugehen.
Festnahmen am Freitag
Die fĂŒnf MĂ€nner waren bereits am Freitag von SpezialeinsatzkrĂ€ften festgenommen worden. Die Sicherheitsbehörden waren nach eigenen Angaben zwei Tage vorher auf sie aufmerksam geworden. Wie sie ihnen auf die Schliche kamen, ist nicht bekannt.Â
Am Samstag ergingen Haftbefehle gegen vier der MĂ€nner. Einer wurde in PrĂ€ventivgewahrsam genommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen bestĂ€tigte. Ob und falls ja, wie sich die MĂ€nner zu den VorwĂŒrfen Ă€uĂerten, blieb zunĂ€chst offen. Ebenso, ob sie im Landkreis Dingolfing-Landau lebten.
Prediger soll in Moschee zu Anschlag aufgerufen haben
Bei den MĂ€nnern handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen 56-jĂ€hrigen Ăgypter, einen 37-jĂ€hrigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren. Der Ăgypter, ein islamischer Prediger, soll nach derzeitigem Erkenntnisstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben, «um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen», wie die Generalstaatsanwaltschaft erklĂ€rte.
Die drei Marokkaner sollen demnach bereit gewesen sein, den Anschlag auszufĂŒhren. Ihnen wird vorgeworfen, sich zum Mord bereiterklĂ€rt zu haben. Der Syrer soll die MĂ€nner in ihrem Entschluss bestĂ€rkt haben. Ein Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird dem Vernehmen nach nicht angenommen.Â
Die Zentralstelle der Generalstaatsanwaltschaft zur BekĂ€mpfung von Extremismus und Terrorismus leitete den Einsatz, an dem auch das Landesamt fĂŒr Verfassungsschutz beteiligt war. Ein auslĂ€ndischer Nachrichtendienst sei nicht involviert gewesen, hieĂ es. Weitere Informationen waren bis zum Sonntagmorgen nicht zu bekommen.
«Potenzieller islamistisch motivierter Anschlag verhindert»
«Dank der hervorragenden Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbehörden konnten in kĂŒrzester Zeit mehrere TatverdĂ€chtige festgenommen und damit ein potenzieller islamistisch motivierter Anschlag in Bayern verhindert werden», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). «Wir sind in der Lage, unsere BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu schĂŒtzen!» Nun mĂŒssten die HintergrĂŒnde gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen aufgeklĂ€rt werden.
Im Landkreis Dingolfing-Landau gehen die WeihnachtsmĂ€rkte unterdessen weiter, wie Landrat Werner Bumeder (CSU) laut Mediengruppe Bayern sagte: «Die laufenden und geplanten ChristkindlmĂ€rkte finden statt, von behördlicher Seite gibt es diesbezĂŒglich keine Ănderungen oder zusĂ€tzliche Auflagen. Sicherheitskonzepte lagen fĂŒr alle MĂ€rkte bereits vor, diese haben weiterhin Bestand.»
Polizei: SicherheitsmaĂnahmen mĂŒssen nicht verschĂ€rft werden
Auch die PolizeiprĂ€sidien in Niederbayern sowie in MĂŒnchen und NĂŒrnberg, wo es groĂe und bekannte WeihnachtsmĂ€rkte gibt, sehen auf dpa-Anfrage keine Notwendigkeit, die SicherheitsmaĂnahmen zu verschĂ€rfen
Die Sicherheit sei schon jetzt hoch, hieĂ es, an der Lage habe sich durch die aktuellen Ereignisse nichts geĂ€ndert. Zumal ein möglicher Angriff mit einem Fahrzeug in den Sicherheitskonzepten bereits bedacht sei.Â
Als weiteres Argument fĂŒhrt unter anderem das PolizeiprĂ€sidium Niederbayern an, dass die VerdĂ€chtigen ja festgenommen worden seien und von ihnen daher keine Bedrohung ausgehe. Ein Sprecher aus NĂŒrnberg betonte: Dies zeige, dass die Sicherheitsbehörden sehr fokussiert seien.Â
FrĂŒhere AnschlĂ€ge
WeihnachtsmĂ€rkten gilt seit lĂ€ngerem besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden - auch wegen frĂŒherer AnschlĂ€ge. So steuerte ein radikalisierter Islamist am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in die Menschenmenge auf dem Berliner Breitscheidplatz und tötete damit 13 Menschen, wobei einer erst Jahre spĂ€ter den Folgen starb.
Im vergangenen Jahr raste ein Autofahrer absichtlich ĂŒber den Magdeburger Weihnachtsmarkt, tötete damit sechs Menschen und verletzte mehr als 300 weitere. Derzeit lĂ€uft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den gestĂ€ndigen TĂ€ter aus Saudi-Arabien, der seit 2006 in Deutschland lebt.









