AtommĂŒllendlager Schacht Konrad verzögert sich erneut
13.06.2023 - 12:23:14Die Fertigstellung des umstrittenen AtommĂŒllendlagers Schacht Konrad in Salzgitter im SĂŒdosten Niedersachsens verzögert sich erneut um Jahre. Der Plan fĂŒr 2027 ist aus Sicht der zustĂ€ndigen Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE) nicht mehr zu erreichen. DarĂŒber informierte die BGE-GeschĂ€ftsfĂŒhrung nach dpa-Informationen am Montag den Aufsichtsrat.
In einer Neubewertung der restlichen BautĂ€tigkeit komme die Gesellschaft zu der EinschĂ€tzung, dass die Arbeiten um etwa zwei Jahre im Verzug sind, heiĂt es in Unterlagen, die der dpa in Braunschweig vorliegen.
Das frĂŒhere Eisenerzbergwerk wird gerade zu einem Endlager fĂŒr schwach- und mittelradioaktiven AtommĂŒll umgebaut. Bei der Schachtanlage handelt es sich um das erste nach dem Atomgesetz genehmigte Endlager in Deutschland. Schon im FrĂŒhjahr 2018 hatten das Bundesumweltministerium und die BGE mit Sitz in Peine bekanntgegeben, dass das Endlager knapp fĂŒnf Jahre spĂ€ter fertig werde als geplant. Seitdem war 2027 als Termin anvisiert. Bis zu 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle sollen eingelagert werden.
Die erneute Verzögerung hat mehrere GrĂŒnde. Die BGE habe etwa die Aufgabe unterschĂ€tzt, aktualisierte Sicherheitsanforderungen im kerntechnischen Regelwerk gegen Erdbeben in die Planungen aller Bauwerke umzusetzen. Bei atomrechtlichen Zustimmungsverfahren habe sich zudem gezeigt, dass angenommene Verfahrensdauern in der Praxis nicht umsetzbar seien. Auch die Neugestaltung von VertrĂ€gen dauerte lĂ€nger als von der BGE erwartet.
Im Mai 2021 haben die UmweltverbĂ€nde BUND und Nabu einen Antrag auf RĂŒcknahme oder Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses fĂŒr das Endlager gestellt. Hinter diesem Antrag, der eine grundlegende Neubewertung des Projekts nach den heutigen sicherheitstechnischen Anforderungen und den unverzĂŒglichen Baustopp fordert, steht ein BĂŒndnis mit der Stadt Salzgitter und etwa dem Landesbauernverband.





