Verhaftungen, Venezuela

Verhaftungen in Venezuela: Angeblicher Anschlagsplan gegen Maduro

15.09.2024 - 15:04:02

In Venezuela sind sechs auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger wegen angeblichen Verdachts eines Anschlagsplans auf StaatsprĂ€sident NicolĂĄs Maduro verhaftet worden.

Der Plan habe "Gewalt erzeugen" und das Land "destabilisieren" sollen, sagte Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello auf einer Pressekonferenz. Hinter den PlĂ€nen sollen laut Cabello die Geheimdienste Spaniens, der USA und auch OppositionsfĂŒhrerin MarĂ­a Corina Machado stehen. Festgenommen wurden zwei spanische, drei US-amerikanische und ein tschechischer StaatsbĂŒrger. Zudem seien mehr als 400 Gewehre und Pistolen beschlagnahmt worden, die aus den USA stammen sollen.

Die Verhaftungen erfolgen inmitten diplomatischer Spannungen zwischen Caracas und den Regierungen Spaniens und der USA. In dieser Woche rief Venezuela als Reaktion auf eine kritische Äußerung der spanischen Verteidigungsministerin Margarita Robles seine Botschafterin in Madrid zu Konsultationen und bestellte den spanischen Botschafter in Caracas ein.

Robles hatte am Donnerstag bei einer Buchvorstellung in Madrid Bezug auf Venezolaner im Exil genommen und dabei gesagt, die MĂ€nner und Frauen hĂ€tten ihr Land verlassen mĂŒssen, "genau wegen der Diktatur, die sie erleben". Venezuelas Außenminister YvĂĄn Gil bezeichnete die Äußerungen der spanischen Ministerin als "unverschĂ€mt, störend und unhöflich".

Die US-Regierung hatte am Donnerstag Sanktionen gegen mehrere Vertraute Maduros verhÀngt, denen sie vorwirft, einen transparenten Wahlprozess behindert zu haben.

Venezuelas OppositionsfĂŒhrer nach Spanien ausgereist

Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem seit elf Jahren von Staatschef NicolĂĄs Maduro autoritĂ€r regierten Venezuela und vielen westlichen LĂ€ndern haben sich nach der PrĂ€sidentenwahl Ende Juli weiter verschlechtert. Die linientreue Wahlbehörde hatte Maduro zum Sieger erklĂ€rt. Die Opposition des Landes sprach hingegen von Wahlbetrug und reklamierte den Sieg fĂŒr ihren Kandidaten Edmundo GonzĂĄlez.

Dieser war am vergangenen Wochenende nach Spanien ausgereist und hatte dort politisches Asyl beantragt. Zuvor war gegen ihn in Venezuela Haftbefehl unter anderem wegen Sabotage, Verschwörung und Amtsanmaßung erlassen worden.

Die USA und mehrere LĂ€nder Lateinamerikas erkennen GonzĂĄlez als Wahlsieger an. Auch die EU bezweifelt das offizielle Ergebnis.

@ dpa.de