Kita-Personal ist hÀufiger krank als der Durchschnitt
20.08.2024 - 05:15:36Kita-Personal fĂ€llt einer aktuellen Analyse zufolge deutlich hĂ€ufiger wegen Krankheit aus als andere BerufstĂ€tige. So waren BeschĂ€ftigte in der Kinderbetreuung 2023 im Schnitt an knapp 30 Tagen arbeitsunfĂ€hig - alle Berufsgruppen zusammen kamen durchschnittlich auf rund 20 Tage, wie die Bertelsmann-Stiftung und das FachkrĂ€fte-Forum, in dem Fach- und LeitungskrĂ€fte der Branche organisiert sind, mitteilen.Â
Zudem seien Ausfallzeiten von Erzieherinnen und Erziehern mit einem Plus von 26 Prozent bei den Krankheitstagen zwischen 2021 und 2023 stark angestiegen - vor allem auch aufgrund psychischer Belastungen.
Die Stiftung, die auch das FachkrĂ€fte-Forum berĂ€t, stĂŒtzt sich dabei im Wesentlichen auf Daten der DAK-Krankenkasse, bei der 12,2 Prozent der BeschĂ€ftigten in der Kinderbetreuung versichert seien. Auch der Stiftung vorliegende Zahlen anderer Krankenkassen bestĂ€tigten den Trend, hieĂ es weiter.Â
Expertin warnt vor Teufelskreis
«Viele Kitas stecken in einem Teufelskreis: Aufgrund der steigenden KrankenstĂ€nde fallen immer mehr FachkrĂ€fte aus, wodurch die Ăberlastung fĂŒr die verbleibenden BeschĂ€ftigten weiter zunimmt», sagt Anette Stein, Kita-Expertin der Bertelsmann-Stiftung. «An gute frĂŒhkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist vielerorts gar nicht mehr zu denken.»Â
Wie die Stiftung wiederum Angaben der Techniker Krankenkasse entnommen hat, waren Atemwegsinfekte der hĂ€ufigste Grund fĂŒr eine Krankschreibung, gefolgt von psychischen Erkrankungen. Um die Ausfallzeiten, die durch Krankheit, Urlaub und Fortbildungen anfallen, aufzufangen, brĂ€uchte es laut Stiftung knapp 97.000 vollzeitbeschĂ€ftigte FachkrĂ€fte zusĂ€tzlich. Kostenpunkt: 5,8 Milliarden Euro jĂ€hrlich, die die Personalsituation zumindest kurzfristig stabilisieren wĂŒrden, wie die Stiftung vorrechnet.Â
Finanzierung von VertretungskrĂ€ften nicht ĂŒberall verlĂ€sslich geregelt
Das FachkrĂ€fte-Forum nennt die Personalsituation in den Kitas bundesweit ohnehin dramatisch. Es fehle vielerorts an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern sowie an einer angemessenen Finanzierung qualifizierter VertretungskrĂ€fte. Die hohen KrankenstĂ€nde mĂŒssten durch die Teams ausgeglichen werden, die FachkrĂ€fte könnten sich nicht mehr fortbilden und seien psychisch immer stĂ€rker belastet oder verlieĂen das Berufsfeld gleich ganz.Â
Es brauche daher eine gesetzlich verankerte und bundesweit standardisierte Finanzierung fĂŒr Vertretungen durch qualifiziertes Personal fĂŒr alle Ausfallzeiten, so die Forderung. Bisher fehle eine verlĂ€ssliche Regelung in vielen BundeslĂ€ndern.Â


