StÀdte, LÀnder

StÀdte sehen LÀnder bei Cannabis-Vereinen in der Pflicht

27.06.2024 - 04:28:35

In wenigen Tagen gilt die zweite Stufe der Cannabis-Legalisierung. Angebaut werden kann die Droge dann nicht nur privat - zugelassen werden können auch Vereine. Aber welche Ämter kĂŒmmern sich darum?

Der Deutsche StĂ€dtetag warnt vor zusĂ€tzlichen Aufgaben fĂŒr die Kommunen bei den kĂŒnftig erlaubten Anbauvereinen fĂŒr Cannabis. «Wenige Tage vor dem Start ist immer noch nicht in allen BundeslĂ€ndern abschließend geklĂ€rt, wer fĂŒr die Genehmigung und fĂŒr die Kontrollen der Anbauvereinigungen zustĂ€ndig ist», sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur. In der Pflicht dafĂŒr stĂŒnden die LĂ€nder. «Die StĂ€dte haben mit den Konsumkontrollen in der Öffentlichkeit schon genug zu tun.» Eine weitere Belastung dĂŒrfe es nicht geben.

Drei Monate nach der Freigabe von Cannabis fĂŒr Erwachsene und den privaten Anbau mit zahlreichen Vorgaben tritt zum 1. Juli eine zweite Stufe in Kraft. Ab dann können nicht-kommerzielle «Anbauvereinigungen» mit bis zu 500 Mitgliedern an den Start gehen. VolljĂ€hrige Menschen können dann Cannabis gemeinsam anbauen und untereinander zum Eigenkonsum abgeben. Die Clubs mĂŒssen eine Erlaubnis beantragen, gesetzlich vorgesehen sind auch regelmĂ€ĂŸige Kontrollen. Dort, wo die ZustĂ€ndigkeit dafĂŒr schon geklĂ€rt sei, hĂ€tten in der Regel Landesbehörden die Aufgaben rund um die Anbauvereinigungen ĂŒbernommen, sagte Dedy. Das sei auch gut so.

Der StĂ€dtetag kritisierte zudem, dass dann alle neuen Regeln zu Cannabis in Kraft seien, sich aber bei mehr AufklĂ€rung und Vorbeugung noch nicht viel getan habe. Das Gesetz sei mit politischen Versprechen einhergegangen, die SuchtprĂ€vention zu stĂ€rken. Bei den StĂ€dten sei aber keine zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung angekommen. Dedy forderte: «Bund und LĂ€nder mĂŒssen in Zukunft die kommunale Drogen- und Suchthilfe der StĂ€dte stĂ€rker mitfinanzieren.» Dazu gehörten PrĂ€ventionsangebote, aber auch AufklĂ€rung fĂŒr Konsumentinnen und Konsumenten. «Gerade mit Blick auf den Jugendschutz muss die PrĂ€ventionsarbeit weiter verstĂ€rkt werden - nicht nur fĂŒr Cannabis, sondern auch fĂŒr andere Suchtmittel wie Nikotin oder Alkohol.»

@ dpa.de