Ehemaliger VizeprÀsident Irans beklagt Internetsperren
27.02.2024 - 11:26:09"Die Internetsperren haben groĂen Schaden angerichtet in der Gesellschaft", sagte der Reformpolitiker der Deutschen Presse-Agentur in Teheran. Die Nutzung von sogenannten Tunneldiensten (VPN) sei zwar verboten, "aber im Iran nutzen die Menschen sie, um ihre tĂ€gliche Arbeit zu erledigen", erklĂ€rte der schiitische Geistliche. Junge Menschen könne man nicht davon abhalten.
Seit Wochen klagen Nutzer im Iran ĂŒber InterneteinschrĂ€nkungen. Insbesondere VPNs zur Umgehung von Internetsperren sind blockiert oder nur eingeschrĂ€nkt verfĂŒgbar. Kurz vor den Wahlen hatte Irans Oberster Cyber-Rat massive InterneteinschrĂ€nkungen verkĂŒndet und die Nutzung von VPNs als illegal bezeichnet. Einen Tag spĂ€ter ruderte der Vorsitzende des Rats zurĂŒck. An den schlechten Verbindungen hat sich allerdings nichts geĂ€ndert.
Am Freitag wird im Iran ein neues Parlament gewĂ€hlt sowie der Expertenrat, ein Gremium islamischer Geistlicher. Der Theologe Abtahi beklagte kurz vor dem Urnengang die erzkonservative Ausrichtung der Regierung. UmsturzplĂ€ne wies er kategorisch zurĂŒck. Abtahi gehört zu dem Lager von Geistlichen und Politikern, die den Iran mit Reformen verĂ€ndern wollen. Doch leider sei der Reformkurs blockiert, sagte Abtahi.
Abtahi zĂ€hlt zum Lager iranischer Reformpolitiker und war unter dem frĂŒheren PrĂ€sidenten Mohammed Chatami von 2001 bis 2004 dessen Vize. Nach den Protesten im Jahr 2009 gegen die umstrittene PrĂ€sidentschaftswahl wurde der Gelehrte verhaftet und zu sechs Jahren GefĂ€ngnis verurteilt, kam aber auf Kaution frei. Die Justiz warf ihm UmsturzplĂ€ne vor. Jahrelang hatten die Behörden auch eine Ausreisesperre gegen den 64-JĂ€hrigen verhĂ€ngt.

