GESAMT-ROUNDUP: WHO beklagt medizinische Notlage in Gaza - Raketenalarm
21.12.2023 - 15:37:49WĂ€hrend Bodentruppen nach Armeeangaben am Donnerstag weiter in den mittleren Bereich des KĂŒstenstreifens vordrangen, flogen erneut Raketen auf israelische Gebiete. In der Metropole Tel Aviv waren dumpfe Explosionen zu hören. Die Nachrichtenseite ynet berichtete, es seien rund 30 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.
Der bewaffnete Arm der islamistischen Hamas-Organisation, die Kassam-Brigaden, sprachen in einer Stellungnahme von einer "Reaktion auf die zionistischen Massaker an Zivilisten" im Gazastreifen. Nach Darstellung der Hamas sind seit Kriegsbeginn mindestens 20 000 PalÀstinenser im Gazastreifen getötet worden.
Auslöser des Gaza-Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zu Gaza verĂŒbt hatten. Auf israelischer Seite sind mehr als 1200 Menschen getötet worden.
Immer noch Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen
Trotz massiver Bombardierungen, fĂŒr die Israels Armee wegen hoher ziviler Opferzahlen international in der Kritik steht, feuert die Hamas immer noch Raketen ab. Israelischen Medien zufolge liegt dies auch an der Vielzahl von Abschussorten im Gazastreifen. Nach SchĂ€tzungen des israelischen Instituts fĂŒr Nationale Sicherheitsstudien (INSS) umfasste das Raketenarsenal der Hamas rund 20 000 Geschosse. Laut israelischen Angaben vom Mittwoch wurden seit Kriegsbeginn rund 12 500 Raketen auf den jĂŒdischen Staat abgefeuert.
WHO: Patienten im nördlichen Gazastreifen "verhungern und verdursten"
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es im nördlichen Gazastreifen keine funktionierenden KrankenhĂ€user mehr. Patienten wĂŒrden nicht nur wegen mangelnder medizinischer Versorgung sterben, sagte WHO-Hilfskoordinator Sean Casey am Donnerstag. "Sie verhungern und verdursten", berichtete er in einer Videoschalte aus Rafah.
Im gesamten Gazastreifen sind laut WHO-Vertreter Richard Peeperkorn nur noch 9 der 36 Gesundheitseinrichtungen teilweise im Betrieb. KrankenhĂ€user im nördlichen Teil des palĂ€stinensischen KĂŒstenstreifens seien nicht mehr in der Lage, Operationen durchzufĂŒhren und ihre Patienten zu versorgen, doch sie wĂŒrden noch Tausende Menschen beherbergen - darunter auch viele GeflĂŒchtete.
GroĂbritannien drĂ€ngt auf Hilfslieferungen per Schiff nach Gaza
Der britische AuĂenminister David Cameron drĂ€ngte auf mehr Hilfslieferungen per Schiff nach Gaza. Man arbeite daran, dass britische Schiffe Hilfslieferungen von Zypern aus nach Gaza bringen können, sagte Cameron nach einem Treffen mit dem Ă€gyptischen AuĂenminister Samih Schukri. "HumanitĂ€re Hilfen sind die absolute PrioritĂ€t." Israels AuĂenminister Eli Cohen hatte bei einem Besuch auf Zypern erklĂ€rt, dass derzeit die Einzelheiten geklĂ€rt wĂŒrden.
Israels Armee: Suchhund-Kamera zeichnete Stimmen von Geiseln auf
Beim Einsatz eines Suchhundes der israelischen Armee wurden im Gazastreifen Hilferufe von drei Geiseln aufgezeichnet, die fĂŒnf Tage spĂ€ter versehentlich von Soldaten erschossen wurden. Der Hund sei wĂ€hrend eines Gefechts mit einer Körperkamera in ein GebĂ€ude geschickt worden, sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari laut einer veröffentlichen Mitschrift.
"Die Terroristen haben auf den Hund geschossen, und von dem Punkt an hörten wir die Stimmen der Geiseln", sagte Hagari. Die Kamera am Körper des Hundes, der bei dem Einsatz getötet wurde, sei erst am Dienstag gefunden und ausgewertet worden.
Israelische Soldaten hatten die drei israelischen Geiseln in Schedschaija im Norden des abgeriegelten KĂŒstenstreifens versehentlich erschossen. Sie hatten keine Hemden an, einer hielt einen Stock mit einem weiĂen StĂŒck Stoff in der Hand. Die Armee erklĂ€rte, die Soldaten hĂ€tten gegen die Einsatzregeln gehandelt, als sie dennoch das Feuer eröffneten.
Neue Wasserleitung versorgt Gazastreifen aus Ăgypten
Eine neue Pipeline soll den Gazastreifen aus Ăgypten heraus mit Wasser versorgen. Wie die offizielle Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate (WAM) mitteilte, sollen tĂ€glich rund 2270 Kubikmeter Meerwasser aus dem Mittelmeer durch drei Entsalzungsanlagen aufbereitet werden. Dadurch könnten bis zu 300 000 Menschen im Gazastreifen mit Wasser versorgt werden.
Die Entsalzungsanlagen seien ĂŒber eine 900 Meter lange Pipeline mit dem Gazastreifen verbunden, berichtete die WAM. Die Anlagen seien von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert worden. Das Kinderhilfswerk Unicef berichtete von einer katastrophalen Wasserversorgung fĂŒr Hunderttausende im Gazastreifen.
Israels Polizei ermittelt nach Tod eines palÀstinensischen HÀftlings
Nach dem Tod eines palĂ€stinensischen HĂ€ftlings in Israel ermittelt die Polizei wegen mutmaĂlicher Gewaltanwendung durch WĂ€chter. Insgesamt 19 GefĂ€ngnisaufseher wurden in der AffĂ€re laut Polizeiangaben verhört und dann unter Auflagen freigelassen. Die Zeitung "Israel Hajom" berichtete, der 38-jĂ€hrige HĂ€ftling aus dem Westjordanland sei dem Verdacht nach vor einem Monat in seiner Zelle mit Stöcken geschlagen und dabei schwer verletzt worden. SpĂ€ter sei er in seiner Zelle tot aufgefunden worden. Eine Autopsie habe kein klares Ergebnis gehabt.
Der HÀftling war den Informationen nach Mitglied der Fatah-Organisation von PalÀstinenserprÀsident Mahmud Abbas. Er sei unter anderem wegen versuchten Mordes zu einer 20-jÀhrigen Haftstrafe verurteilt worden.

