Rom in GesprĂ€chen mit Musk-Firma ĂŒber MilliardengeschĂ€ft
06.01.2025 - 15:50:45Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg News geht es dabei um ein besonders geschĂŒtztes Satelliten-Kommunikationssystem im Wert von 1,5 Milliarden Euro. Die Opposition Ă€uĂerte sich empört, weil Meloni und Musk ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis pflegen.
Der nach SchĂ€tzungen reichste Mann der Welt zeigte sich an dem GeschĂ€ft durchaus interessiert. Ăber seinen Italien-Vertreter Andrea Stroppa erklĂ€rte er: "Wir sind bereit, Italien die sicherste und fortschrittlichste Verbindung zu bieten!" Meloni bestĂ€tigte ĂŒber ihr BĂŒro, dass es mit SpaceX GesprĂ€che ĂŒber sichere Verbindungen mit verschlĂŒsselten Daten gebe, so wie mit anderen Firmen auch. Sie lieĂ jedoch dementieren, dass bereits VertrĂ€ge oder Vereinbarungen geschlossen worden seien - was allerdings auch niemand behauptet hatte.
Meloni eben erst bei Trump zu Besuch
Zugleich bezeichnete ihr BĂŒro Berichte als "schlicht lĂ€cherlich", wonach ein solches GeschĂ€ft am Wochenende auch Thema eines Blitzbesuchs Melonis beim kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten Donald Trump in Florida gewesen sei. Musk wurde nicht gesichtet; er hĂ€lt sich seit Trumps Wahlsieg im November hĂ€ufig im Anwesen des Republikaners auf.
Die sozialdemokratische OppositionsfĂŒhrerin Elly Schlein erklĂ€rte Melonis Stellungnahme fĂŒr unzureichend und verlangte Auskunft vor dem Parlament. "Wenn 1,5 Milliarden Euro der Italiener fĂŒr die Satelliten eines amerikanischen MilliardĂ€rs der Preis fĂŒr dessen Freundschaft sind, sind wir nicht bereit, das zu bezahlen", erklĂ€rte Schlein. "Italien ist nicht zu verkaufen."
Agentur: GrĂŒnes Licht von Geheimdiensten und Verteidigungsministerium
Bloomberg zufolge sind die Verhandlungen ĂŒber das Projekt bereits in fortgeschrittenem Stadium. Italiens Geheimdienste und das Verteidigungsministerium in Rom hĂ€tten dem Vorhaben mit einer Laufzeit von fĂŒnf Jahren bereits zugestimmt, berichtete die Agentur ohne die Nennung einer genaueren Quelle.
FĂŒr zusĂ€tzliches Aufsehen sorgte am Montag in Rom der RĂŒcktritt der italienischen Geheimdienstchefin Elisabetta Belloni. Spekuliert wird, dass der plötzliche Abgang auf Meinungsverschiedenheiten zwischen Belloni und Meloni ĂŒber SpaceX zurĂŒckzufĂŒhren sein könnte. Von dem Konzern selbst gab es zunĂ€chst keine Stellungnahme.
Bloomberg: Satellitendienste fĂŒr Regierung und Armee
Dem Bericht zufolge soll SpaceX ĂŒber seine Satelliten Telefon- und Internetdienste zur VerfĂŒgung stellen, die von der italienischen Regierung und auch der Armee fĂŒr verschlĂŒsselte Kommunikation genutzt werden können. Zudem sollten Satelliten fĂŒr NotfĂ€lle wie TerroranschlĂ€ge oder Naturkatastrophen bereitstehen.
Musk ist inzwischen offizieller Berater des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Trump, der am 20. Januar ins WeiĂe Haus zurĂŒckkehrt. Er pflegt seit lĂ€ngerer Zeit ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis mit Meloni, deshalb wĂ€re ein solches GeschĂ€ft besonders heikel.

