Innenminister wollen besseren Gewaltschutz fĂŒr Frauen
18.06.2024 - 05:43:20Die LĂ€nder-Innenminister streben einheitlichere Regelungen in Deutschland zum besseren Schutz von Frauen vor Gewalt an. Dazu gehört das Tragen elektronischer FuĂfesseln bei Kontaktverboten fĂŒr GewalttĂ€ter und eine Pflicht zur GewaltprĂ€vention.
Bei Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) dĂŒrften sie damit auf Entgegenkommen stoĂen. Die Innenministerkonferenz (IMK), die von Mittwoch bis Freitag in Potsdam tagt, wird sich auch mit diesen Fragen befassen. Die FĂ€lle hĂ€uslicher Gewalt in Deutschland steigen stetig.
Der Konferenzvorsitzende, Brandenburgs Innenminister Michael StĂŒbgen (CDU), sagte der dpa in Potsdam, unterschiedliche gesetzliche Regelungen bei den Landespolizeien fĂŒhrten zu Problemen. Ein Beispiel: Bei einem Kontakt- und NĂ€herungsverbot fĂŒr einen GewalttĂ€ter in Brandenburg, der mehrfach seine Frau geschlagen habe und ihr dann in Berlin auflaure, sei nicht klar, welches Recht gelte.
StĂŒbgen: FuĂfesseln sollen bundesweit zum Einsatz kommen
Die Innenressortchefs wollten den Bund zu Ănderungen auffordern, damit der Gewaltschutz fĂŒr Frauen einheitlicher und klarer geregelt werde. «Daran muss man intensiv arbeiten, aber ich halte es fĂŒr notwendig, dass wir da auch vorankommen», sagte StĂŒbgen. Aus seiner Sicht sollte der Bund etwa regeln, dass die FuĂfessel deutschlandweit einheitlich zur Anwendung komme.Â
Bundesinnenministerin Faeser hatte im April selber gesetzliche MaĂnahmen angeregt: Verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings fĂŒr TĂ€ter, elektronische FuĂfesseln und Anlaufstellen an Bahnhöfen. «Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet - das ist unertrĂ€glich und erfordert ein noch viel konsequenteres Handeln», hatte sie gesagt. Kontaktverbote nach dem Gewaltschutzgesetz sollten wirkungsvoller werden.Â
Wachsende Zahl von Gewalt-OpfernÂ
Die Zahl der Opfer hÀuslicher Gewalt stieg im vergangenen Jahr erneut. Wie aus einem aktuellen Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht, waren 2023 insgesamt 256.276 Menschen offiziell von hÀuslicher Gewalt betroffen - 6,5 Prozent mehr als 2022.


