Zahl der Job-Wechsel nach Pandemie wieder gestiegen
17.06.2023 - 01:04:30 | dts-nachrichtenagentur.deWĂ€hrend die WechselaktivitĂ€ten der BeschĂ€ftigten im ersten Corona-Jahr deutlich zurĂŒckgegangen und dann 2021 regelrecht eingebrochen waren, ist seit rund einem Jahr wieder eine Steigerung festzustellen. Das geht aus einer Studie der Strategieberatung EY-Parthenon hervor, ĂŒber die die "Welt am Sonntag" berichtet.
Deutschlandweit wurden hierfĂŒr mehr als 3.300 Arbeitnehmer aus 20 Branchen befragt. Nur 4,4 Prozent der BeschĂ€ftigten entschieden sich zwischen MĂ€rz 2021 und Februar 2022 zu einem Arbeitsplatzwechsel - das langjĂ€hrige Niveau lag bis dato bei jĂ€hrlich acht bis neun Prozent. Da sich mit zunehmender Dauer der Pandemie die Lage am Arbeitsmarkt entspannte, stieg die Zahl der Jobwechsel in der Folge wieder an. Aktuell liegt die Quote bei 8,9 Prozent zwischen MĂ€rz 2022 und Februar 2023 und damit am oberen Ende des Durchschnittsniveaus. Am deutlichsten war die Abwanderung von ArbeitskrĂ€ften in der Hotel- und Gastronomiebranche. Insgesamt ist die Zahl der BeschĂ€ftigten in diesem Bereich zwischen MĂ€rz 2020 und August 2022 um fast 14 Prozent gesunken. Dagegen konnten die Branchen Internet- und Informationstechnologie (IT) wĂ€hrend Corona am deutlichsten profitieren. Auch in die öffentliche Verwaltung wechselten viele BeschĂ€ftigte. Der Zuwachs betrug in diesen Sektoren zehn beziehungsweise neun Prozent zwischen MĂ€rz 2020 und August 2022. Anders sieht es bei den BerufsanfĂ€ngern aus. Hier konnten den Daten zufolge die Bereiche Medien und PR, Erziehung und Bildung sowie IT gegenĂŒber der Vor-Corona-Zeit die meisten ZugĂ€nge verzeichnen. AuffĂ€llig ist jedoch: "Wechselwillige Arbeitnehmer bleiben ihrer Branche nicht unbedingt treu", sagte Gregor Enderle, Volkswirt und Partner bei EY-Parthenon. Im Mittel entscheidet sich mehr als jeder zweite Arbeitnehmer (60,7 Prozent) fĂŒr eine andere Branche, wie aus der Untersuchung hervorgeht. "Die geringe LoyalitĂ€t gegenĂŒber dem Arbeitgeber muss ein Warnsignal fĂŒr Unternehmen sein", sagte Ederle. Heutzutage sei es schwieriger, loyale BeschĂ€ftigte an sich zu binden und zu halten. Ein "wahrer Aderlass" sei in der Automobilbranche zu beobachten, erklĂ€rte Ederle. Lediglich sechs Prozent der Arbeitnehmer hĂ€tten sich beim Jobwechsel wieder fĂŒr diesen Sektor entschieden, mehr als 90 Prozent hĂ€tten sich einen anderen Wirtschaftszweig gesucht. Das Gehalt ist den Daten zufolge der meistgenannte Grund fĂŒr eine neue Stelle. In Summe ĂŒberwiegen aber die sogenannten weichen Faktoren wie der Wunsch nach mehr Abwechslung, einer neuen Perspektive, einer besseren Unternehmenskultur oder auch gĂŒnstigeren Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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